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 20.07.2019 - 13.08.2019

1.957 km

 10.500 Hm

  Highlights: 

 - Smygehuks Fyr (Leuchtturm)
 - Dybäcks Slott (Schloss)
 - Charlottenlunds Slott (Schloss)
 - Käseberga (Fischerdorf)
 - Steinsetzung Ales Stenar
 - Burg Glimminge
 - Simrishamn (Schöne Häuser)
 - Trolle-Ljundby Slott (Schloss)
 - Listerlandhalbinsel
 - Mörrumsan Lachsmuseum
 - Kalmar Domkirche und Schloss
 - Greta Garbo Museum
 - Vimmerby Astrid Lindgren Näs
 - Bjärka-Säby Gamla Slott (Schloss)
 - Vreta Kloster/Kirche 
 - Bergs Slussar (Schleusen, 7 Stufen)

 
- Malforts Slussen (Schleusen)
 - Vadstena Schloss
 - Sanct Birgittas Kloster
 - Fiskemuseum (Vätternsee)
 - Streichholzmuseum Janköbing
 - Götakanal
 - Lackö Schloss
 - Göteborg Rathaus u. Maritimanmuseum 
 - Feskekörka (Fischhalle Göteborg) 
 - Festung Varberg
 - Sofiero Slott (Schloss)
 - St. Petri Kirche Malmö
 - Malmö Innenstadt und Schloss
 - Vikingermuseum Hollviken
 - Trelleborg

 

 

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm Tour  Übernachtung
20.07.2019  0 Anreise nach Trelleborg  Fähre
21.07.2019 118  118 402 402  Trelleborg - Simrishamn Tobisviks Camping
22.07.2019 98  216 538 961  Simrishamn - Tredenborg Tredenborgs Camping
23.07.2019 91  307 665 1.626  Tredenborg - Ronneby Ronneby Havscamping
24.07.2019 85  392 518  2.144  Ronneby - Kristianopel Kristianopels Camping
25.07.2019 80  472 269 2.413  Kristianopel - Kalmar Kalmar Stenso Camping
26.07.2019 103  575 532 2.945  Kalmar - Berga Gösjöbadet Camping
27.07.2019 92 667 687 3.632  Berga - Vimmerby Camping Nossenbaden
28.07.2019 76 743 671 4.303  Vimmerby - Ulrika Amundebö Camping 
29.07.2019 95 838 413 4.716  Ulrika - Motala Camping Furulid
30.07.2019 72  910 391 5.107  Motala - Gränna Getyngarids Camping
31.07.2019 66 976 618 5.725  Gränna - Bankeryd Habo Camping
01.08.2019 82  1.058 504 6.229  Bankeryd - Brevik Breviks Camping
02.08.2019 108  1.166 520 6.749  Brevik - Mariestad Ekuddens Camping
03.08.2019 86 1.252 445 7.194  Mariestad - Läcko Läcko Slot Camping
04.08.2019 98 1.350 390 7.584  Läckö - Trollhättan Trollhättans Camping
05.08.2019 86 1.436 584 8.168  Trollhättan - Göteborg Lisebergs Camping
06.08.2019 75 1.511 397 8.565  Göteborg - Asa Asa Camping
07.08.2019 65 1.576 309 8.874  Asa - Björkäng Björkangs Camping 
08.08.2019 98 1.674 314 9.188  Björkäng - Halmstad Hägons Camping
09.08.2019 79 1.753 453 9.641  Halmstad - Angelholm Rabocka Camping
10.08.2019 70 1.823 313 9.954  Angelholm - Helsingborg  Raa Vallar Camping
11.08.2019 80 1.903 318 10.272  Helsingborg - Malmö First Camp Malmö
12.08.2019 54 1.957 250 10.522  Malmö - Trelleborg Fähre
13.08.2019 1.957  10.522  Heimreise keine

  

Die Idee einmal in Südschweden mit dem Rad zu radeln entstand bereits auf unserer Tour im Jahr 2015. Auf dem Ostseeküstenradweg hatten wir im Rostocker Fährhafen die Möglichkeit entdeckt, mit der Fähre nach Trelleborg zu fahren. Bezüglich der Anreise gab es nach ersten Ermittlungen eine kostengünstige Alternative. Wir konnten dem Pkw von Dorsten bis Rostock fahren und dort in 7 Std. mit der Fähre nach Trelleborg übersetzen. Die Kosten für die Fähre waren mit 29,- € für die einfache Fahrt incl. Fahrrad eher gering, in Summe kamen so pro Person für die Hin- und Rückreise (Fähre, Benzin und Parkgebühren) gut 100,-€ zusammen.

Die auf der Radtour besuchten Sehenswürdigkeiten habe ich in der obigen Tabelle zusammengestellt. Zusammenfassend lässt sich nach der Tour festhalten, dass uns die Küstenregion am besten gefallen hat. Im Inland gab es auch schon mal lange landschaftlich sich kaum verändernde Teilstrecken, bei denen wir uns nach mehr Infrastruktur sehnten. Eine Landflucht war deutlich erkennbar, viele gepflegte Schwedenhäuser gab es auf dem Land, aber auch viele, bei denen seit Jahren schon nichts mehr investiert wurde.

 

1912.7 km, 00:00:00

 

 

 


 

 01.Tag: Anreise nach Trelleborg

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 20.07.2019  0  0  0  0  Auf der Fähre 

 


Unsere Anreise von Dorsten nach Rostock erfolgte an dem Tag mit Werners Kastenwagen. Er hatte zum Befestigen der Räder hinten auf dem Boden zwei Schienen montiert. So konnte man die Vorderräder unserer Reiseräder einfach ausbauen, die Räder rückwärts reinschieben, etwas ausrichten und fixieren. Die Ortliebtaschen, die Laufräder und etwas Werkzeug wurden dazwischen gepackt und schon konnte es mit dem Auto in Richtung Norden losgehen. Wir wechselten uns beim Fahren ab, das war am entspanntesten, uns trieb ja niemand.

Wir mussten erst gegen Abend in Rostock am Fährterminal eintreffen. Die Fähre nach Trelleborg fuhr gegen 22:00 Uhr am späten Abend, wir hatten die Nachtfähre gebucht, die am darauffolgenden Tag um 06:00 Uhr in Trelleborg eintreffen würde.

Nach knapp 6 stündiger Fahrt kamen wir auf dem Parkplatz 4 im Rostocker Fährhafen an. Den Platz hatten wir uns bereits zu Hause im Internet ausgesucht, er lag relativ nah am Fährterminal und kostete pro Woche nur 7,- Euro an Parkgebühr. Solch einen Preis kannten wir vom Düsseldorfer Flughafen nicht, dort waren auch schon mal knapp 50,- € für eine Woche an Parkgebühren zu entrichten.

Am Fährterminal kamen wir noch mit einigen Radlern ins Gespräch, die aber nicht unsere Strecke radeln wollten, daher sahen wir sie auch später nicht wieder. Um 21:00 Uhr hatten wir Glück, dass es aufhörte zu regnen, so kamen wir nach dem Aufruf einigermaßen trocken auf die riesige Fähre. Unsere Räder waren auf dem Parkdeck vor den LKW´s an Rohren festgezurrt, so konnten sie nicht umfallen und unsere Sitzplätze waren auch schnell gefunden. Eine Schlafkabine für über 100,-€ war uns zu teuer gewesen, auf den Sitzen konnte man ganz gut die Nacht verbringen und die waren kostenlos.

 

Nachstehend seht ihr die Strecke der Anfahrt mit dem PKW:

544.3 km, n/a

 

  


 

 02.Tag: Trelleborg - Simrishamn

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 21.07.2019  114 + 4  118  402  402  Tobisviks Camping 

 

Bereits um kurz nach 06:00 Uhr verließen wir die Fähre, ein Blick zum Himmel zeigte uns, bezüglich des Wetters sah es gut aus. Auf einem Parkplatz im Fährhafen von Trelleborg zogen wir noch unsere Radkleidung an, bevor wir mit den Rädern dann nach Osten schwenkten, meist relativ nah an der Küste entlang.

Die 114 km lange Strecke bis Simrishamn hatte nicht viele Höhenmeter, es war sehr flach, wenn wir die Küste mal etwas verließen mussten wir maximal mal 50 Höhenmeter hinauf. An Highlights standen an unserem ersten Tag verschiedene Punkte auf dem Programm. Am Leuchtturm Smygehuks Fyr konnten wir gemütlich Kaffee trinken, das Dybäcks Slot und Charlottenlunds Slot war auch recht schön anzusehen.

In Ystad hatten wir bereits mehr als die Hälfte der Tagesstrecke geschafft, wer Krimis las, der kannte den Ort durch die vielen Kriminalgeschichten rund um den Oberkommissar Wallander.

Der in Reiseführern so viel als malerisches Fischerdorf beschriebene Ort war ganz nett anzusehen, die Massen an Touristen, die dort durchströmten störten aber irgendwie den Blick. Schon bei Anfahrt waren uns die Parkplätze aufgefallen, Wohnmobil an Wohnmobil reihten sich aneinander, daneben hunderte PKW. Mit den Rädern suchten wir uns vorsichtig den Weg durch die Menschengruppen, nur um dann am Hafen ein paar alte Fischerhäuschen zu sehen. Ein paar Fotos machten wir noch und schon waren wir wieder weg.

An der Burg Glimminge hatten wir noch einen kurzen Stopp, dort genehmigten uns ein Eis, bevor es dann die letzten Kilometer bis in unseren Zielort Simrishamn ging. Der Campingplatz Tobisviks lag etwas außerhalb nördlich vom Ort direkt neben dem Schwimmbad. Im Ort fanden wir am späten Nachmittag alles, was wir für den Abend benötigten, mehrere Restaurants und einen Supermarkt.

Der erste Tag hatte uns gut gefallen, bis auf ein paar kleinere Wolken gab es nur Sonnenschein bei angenehmen Temperaturen um die 21 Grad.

 

Nachstehend seht ihr die Radstrecke der Tagestour.

113.6 km, 09:56:51

  

   


 

 03.Tag: Simrishamn - Tredenborg

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 22.07.2019  98  216  538  961  Tredenborgs Camping 

 

Das Highlight des Tages war ganz klar der Nationalpark Stenshuvud. Dort mussten wir die Räder zwar hin und wieder mal schieben und auch einige Holzstufen hinuntertragen, es war aber der schönste Tagesabschnitt.

Morgens radelten wir zunächst durch den kleinen Ort Vik. Zunächst dem Radweg an der Straße folgend wollten wir in Svinaberga wieder rechts abbiegen, um näher an die Küste zu gelangen. An der Abbiegung trafen wir zufällig auf das Hotel Svabesholm Kungsgard, zu dem auch ein Cafe gehörte, ideal für eine Kaffee Pause. Wir hielten uns dort bestimmt eine halbe Stunde auf, bevor wir die 60 Höhenmeter langsam zur Küste hinunterrollten. Unser Weg führte nicht ganz bis an die See, vorher ging es links ab über Wurzeln und vielen Steinen im Nationalpark immer weiter den Berg hinauf. Die 80 Höhenmeter mussten wir die Räder einige Male schieben, nur um sie dann vom höchsten Punkt aus über viele Treppenstufen wieder hinunterzutragen.

Wieder unten wurde der Weg danach immer besser und nach wenigen Kilometern erreichten wir auch schon den Ort Kivik, wo wir uns ein wenig am Hafen umsahen. Später kurbelten wir unsere Räder noch durch ein ehemaliges Militärgebiet. Es ging auf befestigten Wegen lange durch einen schönen Wald, später wieder direkt an der Küste entlang. Der Ort Ahus gefiel uns mit seinem alten Ortskern sehr gut, den nächsten Stopp hatten wir dann am Trolle-Ljungby Slot.

Unser Campingplatz in Tredenborg befand sich auf einer Landzunge, die südlich ins Meer ragt. Wir waren dort mit allem zufrieden, zu einem Supermarkt mussten wir  auch nicht mehr radeln, dort gab es alles was unser Herz begehrt. 



97.6 km, 08:22:44

 

  

  


 

 04.Tag: Tredenborg - Ronneby

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 23.07.2019  91  307  665  1.626  Ronneby Havscamping 

 

Auf dem Campingplatz gab es an dem Morgen kein Frühstück, aus dem Grund mussten wir erst bis zum nördlichen Ortsausgang von Sölvesborg radeln. Dort fanden wir ein Cafe in einer Tankstelle, nicht gerade ein optisches Highlight, aber immerhin besser als ohne etwas im Magen bis in den ca. 20 km entfernten Orts Karlsham zu radeln.

Die nördlich gelegenen Listerlandhalbinsel hatten wir zügig überquert, noch vor Karlsham hielten wir dann am Mörrumsan Lachsmuseum an. Es war recht interessant, die alten Konstruktionen der Käfige zu betrachten, wie sie früher den Lachs gefangen hatten. Etwa eine gute halbe Stunde hielten wir uns dort auf, danach führte unsere Strecke die restlichen Kilometer wieder bis nach Karslham ans Meer.

Im Zentrum angekommen suchten wir erstmal mit Hilfe von Googlemaps ein Sportgeschäft, Intersport gab es wenige Straßen weiter und dort war dann auch das Problem der noch fehlenden Gaskartusche für unseren Kocher gelöst.

Danach führte unsere Strecke noch viele Kilometer an der Küste entlang, wir sahen viele kleine Buchten, einige Ruderboote die an idyllisch gelegenen Bootsstegen festgemacht waren, kleine Strände, aber nur wenige Menschen. Südlich von Ronneby, nur noch wenige Kilometer vor unserem Ziel folgten wir einer Ausschilderung nach Süden, bis wir auf das gesuchte Cafe Villa Vassen trafen. Es lag an einem kleinen Hafen, schmucke Häuser in der Wohngegend sind mir in Erinnerung geblieben und die Ruhe am Cafe. Dort hielten wir uns einige Zeit auf, bis zum Campingplatz waren es ja auch nur noch knapp 5 km.

Unser Stellplatz befand sich dort nah am Eingang auf der linken Seite des recht schönen Platzes, zum Einkaufen radeln mussten wir an dem Abend auch nicht mehr, weil es dort glücklicherweise alles gab.

 

90.4 km, 21:08:37

 

 

 


 

 05.Tag: Ronneby - Kristianopel

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 24.07.2019  85  392  518  2.144  Kristianopels Camping 

 

Manchmal gibt es auf den Campingplätzen ja Stellplätze mit Tische und Bänke, die von den Campern auf den Zeltplätzen gerne genutzt werden. Diese gab es auf unserem Stellplatz in Ronneby auch, wir nutzen diese Gelegenheit an dem Morgen um in Ruhe Kaffee zu kochen und gemeinsam zu frühstücken.

Unser erstes Tagesziel war das Gräberfeld Hjorthammar, das lag in Luftlinie mal gerade 5 km von unserem Campingplatz entfernt. Wir mussten aber in einem großen nördlichen Bogen über gut 10 km radeln um zu unserem erstes Tagesziel zu gelangen. Das Gräberfeld war recht groß, in der Mitte waren die Steine in Form eines Schiffes angeordnet, ansonsten war das Gelände mit den Steinen sehr weitläufig. In unmittelbarer Nähe gab es noch ein altes Schulgebäude und eine Ruine, alles recht sehenswert.

Weiter der Küste folgend steuerten wir als nächstes den Ort Nättraby an. Der Ort lag an der Westseite einer Bucht, über die die man mit einer Fähre von Nättraby aus Karlskrona erreichen konnte. Für uns war diese Variante eine schöne Alternative, sie bot uns die Möglichkeit Karlskrona von der See her zu betrachten, so konnten wir darüber hinaus dem PKW-Strom auf die schmale Halbinsel entgehen. Es kam aber leider alles anders.

In Nättraby gingen wir in der Nähe vom Fähranleger zunächst einkaufen, danach warteten wir dann mit einem schwedischen Ehepaar über eine Stunde am Fähranleger. Die Fähre kam pünktlich, dass war kein Problem, was sich dann aber kurze Zeit später abspielte empfanden wir und das schwedische ältere Ehepaar gelinde gesagt als Frechheit. Wir hatten den Bus, der mit 55 Personen anrollte kurz vorher wohl gesehen, waren aber davon ausgegangen, dass sich alle brav anstellen würden, das Platzproblem war auf der kleinen Fähre kaum zu übersehen. Wir trauten unseren Augen nicht, als der Busfahrer vor der Fähre erschien und laut verkündete „Bus first“. Das ärgerliche war, dass wir selbst vom Fährpersonal ignoriert wurden, das schwedische Ehepaar schüttelte mit dem Kopf, aber es half nichts. So kam es, dass wir alle mit unseren Rädern aus angeblichen Sicherheitsgründen nicht mehr auf die Fähre durften. So sauer wir auch waren, uns blieb nichts übrig, als mit den Rädern die 15 km um die Bucht zu radeln. Der Schwede erzählte uns noch, er würde sich noch bei der Gesellschaft beschweren, so etwa ginge gar nicht, aber das half uns natürlich auch nicht.

Der Rauch war schnell verflogen, eine Stunde später standen wir bereits in Karlskrona genau an dem Fähranleger, an dem wir mit der Fähre angekommen wären. Karlskrona war nett anzusehen, wir hatten aber einiges an Zeit verloren. Ein Grund mit, nach einer Kaffee Pause und einigen Fotos im Ort uns wieder auf den Weg zu begeben. Die weitere Strecke in Richtung unseres Zielortes Kristianopel führte über kleine Landstraßen, auf den letzten Kilometern relativ nah am Meer entlang. Es war eine recht schöne Landschaft, unser Tageshighlight kam aber erst zum Schluss und das war der Zielort selbst.

Kristianopel besitzt eine lange Geschichte, das ist auf den Fotos der Hinweistafeln zu sehen, der Ort ist aber auch heute noch sehr schön, eindrucksvolle alte Gebäude, ein kleiner Hafen, klasse Gastronomie, ein sehr schöner Campingplatz und ein leckeres Abendessen rundeten den Abend ab.

 

84.2 km, 07:45:32

 

  

  


 

 06.Tag: Kristianopel - Kalmar

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 25.07.2019  70 + 10  472  234+35  2.413  Kalmar Stensö Camping 

 

Von den rund 70 km unseres 6. Rad Tages gibt es relativ wenig zu berichten. Die Strecke war landschaftlich sehr schön, ansonsten gab es wenig Highlights, mit einer vielleicht kleinen Ausnahme, auf den letzten Kilometer vor Kalmar waren wir auf einer alten Bahntrasse unterwegs.

Wie auf den ersten Fotos zu sehen bekamen wir unseren Kaffee noch in Kalmar vor einem Handelsboden, gleichzeitig konnten wir dort Getränke für unterwegs einkaufen, so waren unterwegs auf der langen Strecke keine Flüssigkeitsprobleme zu erwarten, was uns sehr recht war.

Kaum am Campingplatz in Kalmar angekommen wurde schnell das Zelt aufgebaut, durch die wenigen Stopps unterwegs hatten wir Zeit gewonnen, uns Kalmar etwas intensiver anzusehen. Wir schnappten uns die Räder, radelten von Westen kommend an einem kleinen Hafengelände entlang und trafen wenig später auf die Burg (Kalmar Slot) die etwas westlich vom Ort lag. Dort kamen wir kurz in ein nettes Gespräch mit einem anderen Reiseradler, der Hotels einem Zelt bevorzugte, uns waren solche Grundsatzdiskussionen aber völlig egal.

Man könnte da viel diskutieren, grundsätzlich war ein Radurlaub ja schon deutlich Co2 neutraler als ein Urlaub mit dem PKW, das Thema möchte ich hier aber nicht ausweiten, um über die Übernachtungsart auch noch zu diskutieren.

In den inneren Burgbereich durften wir mit den Rädern nicht, so machten wir von außen Fotos und sahen uns später noch reichlich die Altstadt von Kalmar an. 

Wer etwas über die bewegte Geschichte Kalmars lesen möchte findet einige Infos auf folgender Internetseite: https://de.wikipedia.org/wiki/Kalmar

 

79.9 km, 09:33:08

 

 

   


 

 07.Tag: Kalmar - Berga

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 26.07.2019  103  575  532  2.945  Gösjöbadet Camping 

 

Als wir Kalmar an dem Morgen in Richtung Norden verließen erreichten wir sehr schnell den Bereich, in dem einem die 6 km lange Brücke zur Insel Öland ins Blickfeld springt. Mit 156 Pfeilern in nur 5 Jahren erbaut ist sie die längste Brücke Schwedens. Die Daten sind beeindruckend, in den Jahren von 1967 bis 1972 wurden dort 7000 Tonnen Baustahl und 105.000 Kubikmeter Beton verbaut. An ihrer höchsten Stelle befindet sich die Fahrbahn rund 42 Meter über den Meeresspiegel.

Einige Radler hatten uns zuvor den Tipp gegeben, doch auch nach Öland zu radeln, die Insel wäre so schön, aber das hätte unsere komplette Streckenplanung über knapp 2.000 km durcheinandergeworfen, aus dem Grund wurde diese Überlegung gestrichen. Unser Plan sah an dem Tag vor, noch einige Kilometer der Küste zu folgen, evtl. noch einmal am Strand zu stehen und uns dann auf ins Festland zu begeben.

Etwas nördlich des kleinen Ortes Rockneby schwenkten wir noch einmal zur Küste und trafen dort auf das relativ einsam gelegene Cafe Ljungnäsvillan. Dort bekamen wir draußen auf einem Rasen mit Tisch und Bank unseren Kaffee sowie eine kalte Fanta serviert.

Auf der weiteren Strecke waren an dem Tag nicht sehr viele Höhenmeter zu bewältigen, unser Zielcampingplatz lag noch nicht einmal in 100 m Höhe, dafür zog sich die Strecke mit insgesamt 103 km ziemlich dahin. Der Campingplatz Gosjobadet lag am See Gosjön. Wunderschön gelegen bettete der See sich in die Landschaft ein, es gab dort einen Badestrand und einen Kiosk, der man auch einfache Getränke und Gerichte bestellen konnte.

Als wir dort ankamen war der Badestrand noch reichlich frequentiert, später wurde es aber ruhiger und es war auf dem schönen Rasenplatz angenehm still. An der Reception saßen junge Burschen, die ihren Job verstanden, immer einen kleinen Spaß auf den Lippen, wir kamen mit ihnen sehr gut klar

 

102.2 km, 07:33:31

 

  

 


 

 08.Tag: Berga - Vimmerby

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 27.07.2019  92  667  687  3.632  Camping Nossenbaden 

 

Den Zielort Vimmerby hatten wir natürlich bewusst mit in unsere Streckenführung aufgenommen. Fast jedes Kind würde diesen Ortsnamen wohl kennen, erinnerte er doch an Astrid Lindgren und deren vielen Kindergeschichten um Pipi Langstrumpf. Auf welchen „Rummel“ wir in dem Ort bei unserer Ankunft treffen würden wussten wir an dem Morgen noch nicht, dass wir Schwierigkeiten bekommen würden auf einem Campingplatz unterzukommen erst recht nicht. Aber fangen wir am Morgen an.

Die Tagesstrecke von 92 km bestand aus einer gefühlt unendlichen Landschaft, wir fühlten uns zwar wohl dort durch die Landschaft zu radeln, es fehlte aber etwas an Infrastruktur. Zwischendurch vermissten wir hin und wieder ein Cafe, in welches man hätte einkehren können. Ab du zu trafen wir auf einen kleinen Ort, dort gab es dann maximal einen ICA-Supermarkt.

So kam es, dass wir unsere Pause auf einer Friedhofsbank in Vena einlegten und danach zügig bis Vimmerby radelten. Im Ort machten wir erst ein Foto von Astrid Lindgrens Geburtshaus, etwas später trafen wir dann auf den am nördlichen Ortsrand gelegenen Campingplatz. Der Platzteil für Wohnmobile und Wohnwagen war recht klein, einen Platz für Zelte konnten wir von der Reception aus überhaupt nicht sehen, sehr viele schmucke Häuschen standen auf dem Platz, die man wohl für einen hohen Preis mieten konnte. In der Receeption, die eher aussah wie eine noble Hotelreception kam es dann auch so wie wir bereits befürchtet hatten, es war kein Platz mehr frei, selbst für unser kleines Zelt. An der Reception waren sie aber wenigsten so nett, uns zwei weitere Campingplätze auf einer Karte von der Umgebung Vimmerbys zu zeigen und die waren nicht weit entfernt.

Südlich vom Campingplatz befand sich der riesige Freizeitpark „Astrid Lindgrens Värld“, wir hörten die Musik der Geschichten um Pippi Landstrumpf, Michael von Lönneberga, Ronja Räubertochter und Karlsson vom Dach bis an die Straße.

Südlich vom Ort trafen wir zunächst auf den zweiten Campingplatz in Vimmerby, welcher uns aber zu sehr an der Hauptstraße lag, deshalb radelten wir noch einen Kilometer weiter bis zum Nossensee. Das zum See abfallende Rasengelände hatte an vielen Stellen ein zu starkes Gefälle, deshalb war es zunächst nicht so einfach einen waagerechten Stellplatz zu finden, mit etwas Geduld war aber auch das nach wenigen Minuten geschafft.

Den Platz mussten wir an dem Abend nicht mehr verlassen, dort gab es ein Restaurant und ein zwei leckere Bier. Dort verbrachten wir den Abend mit einem schönen Blick auf den See.

 

91.5 km, 20:41:14

 

 

   


 

 09.Tag: Vimmerby - Ulrika

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 28.07.2019  76  743  671  4.303  Amundebö Camping 

 

Die Tagesstrecke bis Ulrika war mit 76 km nicht besonders lang, sie kam uns aber relativ lang vor, weil es viele Kilometer durch eine gleichförmige Landschaft ging. Hier und da ein paar Felsen, die mit Flechten überwachsen waren, immer wieder Wälder und Seen, ein paar kleinere Ort, viel mehr gab es nicht zu sehen. Sehr schön war es allerdings, in der angenehmen Ruhe zu radeln. In Gullringen kauften wir Getränke für unterwegs in einem ICA-Markt ein und in Kisa machten wir noch eine Pause, ansonsten gab es von der Strecke unterwegs nichts Besonderes mehr zu erzählen.

Der winzige Ort Ulrika war ursprünglich nicht unser Tagesziel, Rimforsa etwas weiter östlich gelegen war größer, hatte aber keinen Campingplatz oder eine andere Übernachtungsmöglichkeit. Den Tipp mit dem Campingplatz in Ulrika hatten wir am Abend zuvor noch in Vimmerby von einer anderen Reiseradlerin erhalten, die allein mit dem Rad aus nördlicher Richtung nach Vimmerby gekommen war.

Ulrika zeigte sich bei unserer Ankunft als winzige Häuseransammlung, wobei am südlichen Ende des Ortes der Campingplatz mit dem kleinen See Amundebosjön lag. Das einzige Geschäft im Ort war geschlossen, wann es geöffnet wurde war auch nirgendwo zu lesen. Egal, wir radelten also direkt zum Campingplatz und der war von einer ganz besonderen Art.

Die Rezeption fanden wir zuerst nicht, da stand nur eine Holzhütte, die eigentlich zu einem kleinen Freizeit- oder Tierpark für kleiner Kinder gehörte. Zwei junge Mädchen verkauften dort die Eintrittskarten für den Park, ein paar Getränke und Hotdogs als einzige Mahlzeit, wohl eher für die Kinder gedacht. Die jungen Damen waren nach Auskunft dann auch noch zuständig uns wenige Euro für die Übernachtung auf den Campingplatz abzunehmen. Da wir keine Getränke und nichts mehr zu essen in den Ortliebtaschen mit uns führten blieb uns nichts anderes übrig, als dort ein paar Hotdogs zu essen und Mineralwasser und Fanta für den Abend zu kaufen. Wir hatten für diese Aktion genau 25 Minuten, weil dann die Hütte geschlossen wurde.

Der Campingplatz war so gut wie leer, etwa 100 Meter von der von uns allein genutzten Wiese stand ein Wohnwagen, ansonsten gab es wohl keine Gäste, jedenfalls war dort niemand zu sehen. Die Duschen waren eher einfach gebaut (siehe Fotos), das Wasser war aber warm, was brauchten wir mehr. Am Abend genossen wir die himmlische Ruhe und gingen früh schlafen.

 

75.8 km, 23:22:43

 

 

  


 

 10.Tag: Ulrika - Motala

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 29.07.2019  95  838  413  4.716  Camping Furulid

 

Der 10.Tag unserer Reise versprach interessanter zu werden, es gab mit den Sehenswürdigkeiten Vreta Kloster Kyrka und den Schleusen am Götakanal einiges zu sehen, die langen Strecken über Land würden unterbrochen werden durch eine erste Teilstrecke am Götakanal entlang.

Morgens rollten wir wie jeden Morgen das Zelt zusammen, packten alles aufs Rad und aktivierten am GPS den Tagestrack. Die Prozedur gehörte zum alltäglichen Programm, danach durften wir die ersten 45 km fast nur leicht bergab radeln. Das erste Teilstück führte wie schon an den Tagen zuvor durch viele Wiesen und Felder, bis wir oben auf einem kleinen Hügel das Kloster Vreta entdeckten.

Einige Informationen zu dem aus dem 12. Jahrhundert stammenden Kloster findet ihr hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Vreta

Wir sahen uns auf dem Gelände des Klosters die Kirche und den Friedhof an und rollten danach die wenigen hundert Meter in den kleinen Ort Berg, welcher direkt am Götakanal liegt. Die Schleusen boten sich für eine Pause an, mindestens 45 Minuten hielten wir uns dort auf, um dem Treiben an den Schleusenvorgängen zuzusehen. Zuschauer gab es dort reichlich, hin und wieder kamen dort ein paar Räder oder auch mal ein Bus mit Touristen an. Uns gefiel dieser optische Wechsel, es war schön, nach den vielen Kilometern durch die Wälder mal etwas anderes zu sehen.

Im Anschluss radelten wir immer dem Götakanal folgend an den Malfors Schleusen vorbei bis Borensberg, dort endet das erste Teilstück des Götakanals. Dem Schiffahrtsweg am See in unmittelbarer Nähe zu folgen war leider nicht möglich. Mit einem ca. 1 km großen Abstand radelten wir auf kleinen Straßen nach Motala, der dortige Campinglatz Furulid war unser Tagesziel. Der Platz liegt nicht direkt am Vätternsee, aber in zweiter Reihe waren es nur wenige Meter bis zum Strand, an dem es auch zwei Restaurants gibt.

Bisher hatten wir ja immer gutes Wetter gehabt, für den darauffolgenden Morgen und in der Nacht war Regen vorhergesagt, daher kontrollierten wir am Abend sicherheitshalb die Zeltleinen und hofften, dass die Vorhersage nicht eintraf.

 

95.2 km, 07:34:26

 

  

   


 

 11.Tag: Motala - Gränna

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 30.07.2019  72  910  391  5.107  Getyngarids Camping 

 

In der Nacht hatte es wie aus Eimern geschüttet, unser Zelt stand direkt neben dem Waschhaus, durch die geschickt gewählte Nähe war ein Toilettengang aber machbar, ohne komplett durchnässt zu werden. Als wir am Morgen dann wach wurden regnete es immer noch. Ein Blick auf zwei verschiedene Wetterapps versprach nichts Gutes, erst gegen Mittag sollte es auflockern und trockener werden.

Unsere geplante Tagesetappe war mit 72 km nicht besonders lang, unsere Überlegung ging dahin, gegen Mittag zu starten und die Strecke noch am Nachmittag zügig zu radeln. So relaxten wir über drei Stunden im Zelt, kochten Kaffee, lasen auf unseren Mobiltelefonen die aktuellen Nachrichten und kommunizierten mit unseren Familien, die zu Hause täglich auf unsere Nachrichten warteten.

Auf den unten eingefügten Fotos sieht man, wie wir kurz vor dem Mittag die Zeit nutzten, um an einer überdachten Stelle draußen vor dem Waschhaus unsere Räder zu beladen, kurze Zeit später hörte der Regen tatsächlich immer mal wieder auf, wir durften endlich in Richtung Süden starten.

Mit Ausnahme von ein paar Tropfen Regen konnten wir die ersten 10 km bis Vadstena zügig radeln, in dem Ort gab es an Sehenswürdigkeiten das Sancta Brigittas Kloster und das Schloss Vadstena zu sehen. Wir machten nur ein paar Foto, kauften ein paar Lebensmittel ein, traten dann aber zügig in die Pedale, allzu spät wollten wir mit unseren Rädern auch nicht am Zielort eintreffen, zumal das Zelt auch noch wieder trocknen sollte.

Der Campingplatz Getingaryd befindet sich etwa 5 km nördlich vom Ort Gränna, wir waren daher bei unserer Ankunft um 18:00 Uhr froh, nicht mehr zum Einkaufen in den Ort radeln zu müssen, ein paar Lebensmittel aus Konserven gab es vor Ort.

Die Fotos vom Abend zeigen, wie das Wetter noch besser wurde, die klare Luft, ein kurzer Spaziergang die wenige Meter hinunter zum Vätternsee hoben die Stimmung, der Regen vom Morgen war schon fast wieder vergessen und die Wettervorhersage für den nächsten Tag versprach Besserung.

 

72.2 km, 00:13:33

 

  

   


 

 12.Tag: Gränna - Bankeryd

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 31.07.2019  66  976  618  5.725  Habo Camping 

 

Die alte Straße am Vätternsee entlang war kaum befahren als wir morgens starteten, um zum südlichen Seeufer des Vätternsees zu radeln. Ein Grund war sicher die nahe gelegene Autobahn, wer fuhr mit dem PKW schon diese schmale Straße, wenn er auf der Autobahn kostenlos zügig vorankam.

Wir waren kaum durch den Ort Gränna geradelt, da führte unser Weg knapp 200 Höhenmeter steil bergan. Unter der Autobahn durch kamen wir am Golfplatz und am Schlosshotel Västana vorbei, wobei die Wegführung immer schöner wurde. Das Sträßchen schlängelte sich an einzelnen schön bemalten Häusern vorbei, später schwenkten wir dann auf einen kleinen Nebenweg direkt am See Landsjön vorbei.

Die letzten Kilometer bis Jönköping am südlichen Seeufer brachte uns unser Weg parallel zur Autobahn, wir konnten sie aber weder sehen noch hören, weil unsere Straße deutlich höher lag. Über eine Brücke querten wir die Autobahn in westlicher Richtung und hangelten uns dann immer dem geplanten Track folgend nah am See entlang. Später sahen wir auf der anderen Seite der südlich von uns liegenden Bahngleise das Streichholzmuseum von Jönköping (Tändstickmuseum), fanden aber keinen Übergang. Die Besichtigung war uns nicht so wichtig, deshalb wurde diese spontan aus unserem ursprünglichen Plan gestrichen.

Bis ins Ziel waren es von dort noch knapp 15 km. Nach einer Eispause radelten wir dann bereits am westlichen Seeufer entlang. Einen kleinen Schreck hatten wir noch etwas später, als Werner mit seinem Rad in einer Kurve auf dem Schotter ausrutschte und mit dem Rad in die Büsche kippte. Ihm war nichts passiert, eine kleine Schramme am Arm die wieder verheilen würde und dennoch war die Aufregung erst groß.

Nördlich von Bankeryd kamen wir am frühen Nachmittag am Campingplatz an. Wir checkten schon bei der Anmeldung, ob es dort die Möglichkeit zu essen gab. Sie hatten dort eine Fritteuse, boten verschiedene Gerichte und Light Bier an.

Ein wenig unterhielten wir uns an dem späten Nachmittag noch mit unseren jungen deutschen Zeltnachbarn, die mit zwei Auto unterwegs waren und liefen später dann noch hinunter zum Hafen, um uns die dort liegenden Boote anzusehen.

  

65.9 km, 07:54:38

 

 

  


 

 13.Tag: Bankeryd - Brevik

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 01.08.2019  82  1.058  504  6.229  Breviks Camping 

 

An dem Tag wählten wir eine schmale Straße etwas abseits vom Vätternsee, dort mussten wir zwar wieder hinauf auf eine Höhe von 250 m, das war uns aber lieber, als direkt auf der Hauptstraße am See entlang zu fahren. Den Unterschied zur Ostseite am Vätternsee machte die östliche Autobahn, auf der Westseite gab es keine und wir vermuteten dort viel mehr Verkehr.

Die abseits gelegene Route führte durch sehr viel Wälder, an kleineren See vorbei, wir sahen alte Meilensteine aus früheren Zeiten, vermuteten dass es hier mal einen Handelsweg gab. Das Farbenspiel der Gräser und Flechten sah durchaus schön aus, irgendwann sehnten wir uns aber wieder nach etwas mehr Abwechslung und einen Blick auf den Vätternsee.

Vorher gab es aber noch eine Marke, an der wir ein Foto von uns machen wollten, wir hatten so gerade die 1.000 km Marke unserer langen Radtour geknackt. Zufällig trafen wir auf einen „Wanderer“, der an einem kleinen Parkplatz auf seiner Kofferraumkante saß. Er erklärte sich bereit uns zu fotografieren, obwohl dass schon ein etwas eigentümlicher Geselle war. Später unterhielten wir uns über ihn, hatten beide denselben Eindruck, dass er bei unserem Eintreffen komisch wirkte, als fühlte er sich bei irgendetwas ertappt. Wir konnten uns das beide nur nicht weiter erklären, was der eigentliche Grund war. Uns gegenüber war er freundlich, insofern war uns das egal.

Vor dem etwas größeren Ort Hjo kamen wir wenige Kilometer wieder auf die Küstenstraße, bogen etwas später aber wieder rechts ab, dort gab es einen kleinen Weg, der uns bis ins Ortszentrum führte. Im Zentrum hatten wir eine längere Pause, sahen uns ein wenig den Hafen an und staunten nicht schlecht, als auf dem Marktplatz alte amerikanische Straßenkreuzer erschienen. Das schien hier eine Art Freizeitbeschäftigung zu sein, Autos zu fahren, die zwar spektakulär aussahen, dafür aber 30 Liter auf 100 km Benzin brauchten.

Bis zum Campingplatz in Brevik waren es von dort noch ca. 15 km, allerdings auf relativ ebenem Gelände, wir kamen dort zügig voran. Den Platz erreichten wir am frühen Nachmittag, wobei bei unserer Ankunft kein Mensch zu sehen war. An der Rezeption fanden wir einen Zettel auf dem Stand, dass wir den Stellplatz selbst aussuchen sollten, bezahlen könnten wir später, uns war das natürlich recht.

Für uns war das einfach, dort war ohnehin nicht viel los, wir wählten auf dem riesigen freien Rasen einen Platz nicht weit von den Duschen und alles war gut. Als unser Zelt bereits stand kam irgendwann ein alter Herr langsam mit seinem PKW von der Einfahrt her auf unser Zelt zugefahren. Er wollte uns wohl irgendwie klar machen, dass das Zelt dort nicht stehen dürfte, weil der Platz für Wohnmobile vorgesehen war. Ich fragte ihn, ob er der Leiter des Platzes wäre, er antwortete sofort mit nein, worauf ich einen Kommentar abgab, der ihn sofort verstummen lies. Ok dachte ich, so alte Platzgenossen wollen immer alles regeln, das Zelt blieb trotzdem dort stehen, wir ignorierten ihn. Unsere konsequente Haltung wurde etwas später durch die Chefin vom Platz bestätigt, als ich ihr das Erlebnis erzählte. Sie winkte sofort ab, dann müssten heute ja noch 50 Wohnmobile kommen damit der Platz nicht reichte sagte sie, den alten Herrn, der aber immer alles regeln wollte kannte sie wohl, das sah ich in ihrem grinsenden Gesicht.

An dem Abend liefen wir noch eine kleine Runde zum Strand und machten ein paar Fotos.

 

82 km, 00:00:38

 

 

   


 

 14.Tag: Brevik - Mariestad

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 02.08.2019  102 + 6  1.166  520  6.749  Ekuddens Camping 

 

Eine lange Strecke über 102 km lag hinter uns, als wir am Abend in Mariestad vor unserem Zelt saßen und den Kindern auf dem Spielplatz beim Hüpfen auf dem großen Luftpolster zusahen. Der Campingplatz war für unsere Bedürfnisse schon zu groß, hatte viele Stellplätze mit feinem Schotter für Wohnmobile und Wohnwagen, uns gefiel ein Platz auf  Rasen besser, daher stand unser Zelt auf dem angrenzenden Sportplatz, auf dem es auch den Spielplatz für die Kinder gab.

Am Morgen waren wir auf kleinen Wegen in Richtung Norden gestartet, hatten den Ort Mölltrop rechts von uns liegen lassen und waren kurz darauf in Forsvik auf einen kurzen Abschnitt des Götakanals gestoßen. Der Kanal war dort nicht lang, er verband in diesem Bereich den Vätternsee mit dem Vikensee, der wiederum zwischen dem Vätternsee und Vännersee lag. 

Viele Kilometer kurbelten wir unsere Räder über die schmalen Straßen, staunten über die vollkommen einsam gelegene Kirche Beateberg, bevor unser weiterer Weg wieder in Richtung Norden führte. Wir hatten den südlichen Teil des Vikensees ohne ihn zu sehen umrundet und standen einige Zeit später in Tatorp am Götakanal. Dort beginnt der Abschnitt des Götakanals, der den Vikensee mit dem Vännersee verbindet.

Der ca. 25 km lange Streckenabschnitt am Kanal entlang gefiel uns sehr, zumal es immer mal wieder Möglichkeiten der Einkehr gab. Für uns bot sich eine Pause der Campingplatz in Vassbacken an, es war schön dort in der Sonne zu sitzen, um die Ruhe zu genießen.

Etwas später in Töreboda überquerten wir den Götakanal mit einer kleinen Fähre, mussten ihn in Lyrestad aber leider verlassen, weil wir südlich schwenken mussten, um nach Mariestad zu gelangen. Ab dort wurde es leider schwierig. In Richtung Mariestad gab es teilweise keine kleinen Nebenstraßen, daher mussten wir auch mal auf der E20 radeln, was absolut nervig war. Auch wenn es um wenige Kilometer ging, LKW waren für Radler aufgrund des Windsoges generell ein Problem, uns freute es, wenn wir mal wieder einen Schlenker einlegen konnten, um der nervigen E20 zu entgehen.

Wir kamen aber unversehrt in Mariestad an, freuten uns darüber, dass das Wetter hielt und hatten nach einem kurzen Besuch mit den Rädern in er Innenstadt einen ruhigen Abend am Campingplatz.

 

101.9 km, 08:06:37

 

 

   


 

 15.Tag: Mariestad - Läckö

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 03.08.2019  86  1.252  445  7.194  Läcko Slot Camping 

 

Unser Tagesziel war an dem Tag das aus dem 13. Jahrhundert stammende Barockschloss Läcko. Das Schloss befindet sich auf der Insel Kallandsö, die im südlichen Bereich des Vännersee liegt. Um auf die Insel zu kommen mussten wir nicht mit dem Schiff übersetzen, es gibt dort eine kurze Brücke, welche die Insel mit dem südlich gelegenen Festland verband.

Mariestad hatten wir an dem Morgen zur üblichen Zeit um kurz nach 08:00 Uhr verlassen, wir mussten in den ersten Stunden nur der Ausschilderung Lidköping folgen, es ging immer relativ nah am Vänernsee entlang. In Hällekis hatten wir unsere erste Pause an einem Coop Markt, auf der anderen Straßenseite stand ein altes Feuerwehrauto, das sahen wir uns etwas intensiver an.

Nach der Pause wurde es interessant, unser Weg führte direkt in einen alten Steinbruch, den wir auf der südlichen Seite über eine schmale Schotterstrecke aber wieder verlassen konnten. Auf einer Hinweistafel konnten wir Fotos der Arbeiter betrachten und ein wenig über die Geschichte des Steinbruches lesen. Über die Jahre hatte sich der Steinbruch mit Wasser gefüllt, so sah man nur noch die Abbruchkante und einen großen See mittendrin.

Ab dem südlichen Ausgang des Steinbruches ging es ein wenig bergauf. Wir kamen kurz vor dem Ort Medelplana noch auf eine Höhe von 170 m, konnten im Anschluss dann aber zur Västeplana Kyrka rollen. Die Kirche stand dort auf einem Hügel, kein Haus war weit und breit zu sehen, auf einer Inschrift sahen wir dort, dass die Kirche eine Spende von Karl Johann XIV gewesen ist. Der Altarraum im Innern der Kirche war relativ schlicht, alte Holzbänke, die sehr solide aussahen mit ein wenig Wanddekoration rundeten das Bild aber ab. Im Außenbereich um die Kirche herum befanden sich sehr viele alte Gräber, viele davon waren noch aus dem 19. Jahrhundert, aber immer noch sehr gut gepflegt.

Bis Lidköping waren es von dort nur wenige Kilometer, wir konnten die Räder zügig rollen lassen, weil es überwiegend bergab ging. Bei unserer Ankunft radelten wir erst einmal in die Innenstadt, die sehr schön war. Eine alte rote Kirche aus Holz, Beete mit bunten Blumen und eine absolut saubere Innenstadt sind uns in Erinnerung.

An unserem Zielort gab es mit ziemlicher Sicherheit keinen Supermarkt, deshalb radelten wir nach einer Pause zunächst in den südwestlichen Ortsteil Lidköpings, dort gab es eine Einkaufsmöglichkeit. Von den letzten Kilometern zum Campingplatz gibt es wenig zu schreiben. Unsere Strecke führte über eine Landstraße auf etwas welligem Terrain, wir überquerten die kleine Brücke zur Insel Kallandsö und waren nach weiteren 5 km auch schon am Ziel.

Das Schloss Läckö war bereits von weitem zu sehen, wir schwenkten aber zunächst zum Campingplatz um unser Zelt aufzubauen, später wollten wir dann zum Schloss radeln, um uns dieses genauer anzusehen. Unser Stellplatz wurde uns an der Rezeption fest zugewiesen, wir mussten ihn etwas suchen, dann gab es auch noch ein paar Steine, die entfernt werden mussten, mit der Wahl waren wir ein wenig unglücklich. Als das Zelt stand war der Ärger verflogen, so machten wir uns auf den Weg zum Schloss.

Über das alte Schloss Läckö findet man vieles im Netz, ich habe mal zur Information hier den Wikipedia Artikel verlinkt:  https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss

Auf den unten zu sehenden Fotos sieht man vieles vom Außenbereich, ein Wikingerschiff, ein schickes Restaurant im Naturkundehaus, ein paar Kanonen und einige Fotos vom weitläufigen Außenbereich. Wir konnten es dort in der Sonne gut aushalten, aßen ein Eis und machten uns später wieder auf den Weg zum Campingplatz.

 

 

 

 

85.2 km, 07:12:51

 

 

  


 

 16.Tag: Läckö - Trollhättan

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 04.08.2019  96 + 2  1.350  390  7.584  Trollhättans Camping 

 

Trollhättan lag in südwestlicher Richtung, aus dem Grund mussten wir morgens zunächst die knapp 15 km, die wir am Vortag bereits geradelt waren zurück. Danach bogen wir rechts ab, um wieder in die Nähe des Vänersees zu gelangen.

Der Tag verlief recht unspektakulär, wir kamen an einer kleinen Kirche und zwei Windmühlen vorbei, hatten eine kurze Pause vor einem geschlossenen Supermarkt und trafen vor Grästorp auf einen Rastplatz, der unmittelbar an der vielbefahrenen Straße 44 lag. Dort fotografierten wir noch ein altes Militärflugzeug montiert auf einem Sockel, radelten dann zügig nach Grästorp, wo wir unsere Mittagspause hatten.

Wenige Kilometer vor Trollhättan überquerten wir noch einmal die Straße 44 in nördlicher Richtung und standen kurze Zeit später vor der Felswand des Berges „Halle-Och Hunnebergs Plataer“. Unser Weg führte gegen den Uhrzeigersinn um den Berg herum, es ging noch ein wenig hinauf, nach Tröllhatan durften wir dann aber wieder runterrollen und kamen kurze Zeit später in ein Gewerbegebiet.

Im nördlichen Bereich zwischen dem Ortszentrum und dem Gewerbegebiet fanden wir auch sofort den Campingplatz, der uns aufgrund seiner geringen Größe und den schönen Rasenflächen sehr gefiel. An der Rezeption waren sie alle sehr nett, erklärten uns wo es einen Supermarkt gab und wo das Ortszentrum lag. Wir radelten später auch noch einmal kurz in den Ort, blieben aber ansonsten die meiste Zeit des Abends am Campingplatz vor Ort.

 

95.9 km, 07:25:06

  

  


 

 17.Tag: Trollhättan - Göteborg

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 05.08.2019  84 + 2  1.436  584  8.168  Lisebergs Camping 

 

84 km standen an dem Tag auf dem Programm, als wir am Campingplatz von Tröllhattan starteten. Ziel war es, dass wir uns zunächst einige Schleusen und das große Kraftwerk ansahen. Die Sehenswürdigkeiten befanden sich auf einer Insel zwischen Kanal und Fluss. Ein wenig mussten wir nach deren Besichtigung suchen, um den richtigen Weg zur Straße nach Göteborg zu finden. Mit dem Garmin grundsätzlich kein Problem, man sitzt nur nicht zu Hause vor einer großen Bildschirmfläche, wo das relativ einfach ist. Auf dem kleinen Display muss man die Karte immer verschieben, um zu sehen wohin ein der Weg führt.

Auf einem Radweg ging es dann runter zum Fluss zu einer Brücke, dort machten noch ein paar Fotos und radelten dann schweißtreibend hoch zur Straße die südwestlich nach Göteborg führt. Immer relativ nah am Fluss entlang kamen wir danach mit jedem Kilometer dem riesigen Ort Göteborg näher.

Einen Stopp hatten wir noch an der Festung von Kungälv, die wie so viele Burgen auf einem Berg stand. Die dicken Steinquader gaben der Festung einen robusten Eindruck, es gab aber keine Verzierungen oder besonders schöne Fensterlaibungen, schön ist was anderes, dachte ich.

Im nördlichen Bereich von Göteborg wurde es reichlich wuselig. Die vielen PKW und Ampeln, riesige Baustellen, in denen man sich erst einmal orientieren musste, waren ein wenig nervig, dank GPS-Track fanden wir aber immer den Weg. Wir radelten bestimmt eine knappe Stunde durch riesige Gewerbegebiete, kamen an der IKEA-Zentrale vorbei, am östlichen Ortsrand wurde es dann etwas ruhiger, wo wir dann auch schnell den Campingplatz fanden.

Zwei Radler in Tröllhatan hatten uns am Tag zuvor noch vorgewarnt, wir sollten den Stellplatz in Göteborg lieber vorher buchen, weil sie Tage zuvor abgewiesen wurden. Wir hatten bei der Ankunft aber kein Problem. Auf einem Rasenstreifen am Rand des sehr neuen oder grundrenovierten Platzes war unser Zelt schnell aufgebaut. Dort stand bereits ein Zelt einer jungen Familie mit Kind, mit denen wir noch einige Infos austauschten, sie waren genau wie wir mit dem Rad unterwegs.

Am Abend schnappten wir uns nochmal die Räder und besuchten eine nahe gelegene Pizzeria.

 

83.2 km, 19:20:43

 

 

   


 

 18.Tag: Göteborg - Asa

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 06.08.2019  75  1.511  397  8.565  Asa Camping 

 

In der Nacht hatte es immer wieder geregnet, an dem Morgen war das nicht anders, so dass wir etwas warten mussten, bevor wir die Räder mit unserem Gepäck beladen konnten. Eigentlich hatten wir geplant, uns ein wenig die Innenstadt von Göteborg anzusehen, es regnete aber immer wieder, deshalb strichen wir den Punkt aus unserem Programm. Einmal mussten wir uns 10 Minuten an einer Bushaltestelle unterstellen, es goss in Strömen, später wagten wir es dann weiter in Richtung Küste zu gelangen.

Unter der großen Autobahnbrücke hindurch hatten wir Göteborg verlassen, ab dort waren wir auf dem recht gut ausgeschilderten Kategattleden unterwegs.

Auf der Fahrt über Kungsbacka nach Asa haben wir relativ wenig Fotos gemacht, die dicken Wolken, die erst zum Nachmittag hin verschwanden wirkten düster und so machte das Fotografieren kein Spaß.

In Asa gefiel uns der Platz recht gut, im Ort fanden wir einen Imbiss und später ging es dann noch mit den Rädern zum Strand.  Einfach mal in kurzer Hose mit den Füssen durchs Wasser laufen vertrieben die Gedanken über den nasskalten regnerischen Tag.

 

74.4 km, 08:17:24

 

 
 

   


 

 19.Tag: Asa - Björkäng

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 07.08.2019  65  1.576  309  8.874  Björkangs Camping 

 

Über den Kattegattleden hier viel schreiben möchte ich nicht, dazu findet man sehr viel im Netz. Die Strecke nach Björkäng führt teilweise sehr schön direkt am Meer entlang, es gibt aber auch langweiligere Abschnitte. Das zu bewerten fällt allerdings schwer, weil jeder da so seinen eigenen Maßstab hat.

Der Kattegattleden führt nördlich von Limabacka in einem westlichen Bogen am Meer entlang. Der kleine Ort Bua ist dort zwar ganz nett anzusehen, dass man nördlich von dem Ort den Radweg aber ausgerechnet am Kernkraftwerk Ringhals vorbeiführt, war nicht so unser Ding.

In Varberg radelten wir noch an der gleichnamigen Festung vorbei, machten natürlich auch ein paar Fotos, bevor es dann zu einem Campingplatz in Södra Nas ging. Wir wollten uns den Platz einmal ansehen und vor Ort entscheiden, ob wir dortbleiben würden, oder ob es weiter ging. Warum wir weiterradelten ist mir nicht mehr in Erinnerung, wir kurbelten aber noch die letzten Kilometer bis nach Björkang.

Der Platz in Björkang war riesengroß, er hatte einen Supermarkt und ein Restaurant. Für unser Zelt gab es einen extra ausgewiesenen Platzteil, was aber kein Nachteil war, es gab sogar Tische und Bänke.

 

65.2 km, 18:42:34

 

   


 

 20.Tag: Björkäng - Halmstad

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 08.08.2019  90 + 8  1.674  314  9.188  Hägons Camping 

 

Auf dem ersten Foto sieht man den Eingang vom Supermarkt auf dem Campingplatz noch in Björkang. Dort hatten sie einen Kaffeautomaten, daher war natürlich sofort klar, wo wir an dem Morgen frühstücken konnten. Links vom Eingang befanden sich Tische und Stühle, wir durften dort auch sitzen, für uns war das ideal.

Die ersten knapp 20 km waren bei den angenehmen Temperaturen schnell geradelt, nach der Distanz kamen wir in dem schönen alten Ort Falkenberg an. Das historische Zentrum mit den alten Gassen befindet sich direkt am Fluss Ätran, der nur einen Kilometer weiter westlich in den Kategatt mündet. Auf einem der u.a. Fotos sieht man mich draußen vor einem alten Cafe sitzen, während Werner auf den Auslöser drückte. Nach etwa einer halben Stunde zog es unser aber weiter in Richtung Süden, 70 km waren schließlich noch zu radeln und wir waren noch lange nicht im Ziel.

Später trafen wir direkt am Meer in der Nähe eines Campingplatzes (Döingaberget) auf eine schöne Stelle mit einem hervorragenden Blick über die Dünen aufs Meer. Dort hielten wir uns eine ganze Zeit auf und ließen uns den leichten Wind eine Zeit lang um die Ohren blasen. Gedanken an zu Hause und über die vergangenen Tage kamen auf, wir waren inzwischen über 1.600 km unterwegs.

Unser nächstes großes Ziel war dann auch schon Halmstad, von dort aus waren es in südlicher Richtung nur noch 5 km bis zum Campingplatz, der Platz lag außerhalb des Ortes direkt am Kategatt.

Bevor wir zum Campingplatz radelten schauten wir uns eine gute Stunde das Zentrum von Halmstad an. Dort gab es einen großen Marktplatz mit Brunnen, eine breite absolut saubere Einkaufsstraße und ein altes Stadttor zu sehen.

An Hägons Campingplatz kamen wir am frühen Nachmittag an. Nicht weit von der Rezeption gab es für uns einen schönen Rasenplatz, auf dem bereits ein grünes Zelt stand. Es gehörte einem neuseeländischen oder australischen Pärchen, die seit drei Monaten mit dem Rad in Europa unterwegs waren. Sie wollte alle europäischen Hauptstädte besuchen, wobei sie in Berlin bereits gewesen waren, aber in dem Zusammenhang nichts Erfreuliches zu erzählen hatten. In Potsdam hatte man ihnen das Zelt vom Rad gestohlen, aus dem Grund stand neben unserem ein fast neues.

 

88.9 km, 07:59:18

 



 


 

 21.Tag: Halmstad - Angelholm

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 09.08.2019  79  1.753  453  9.641  Rabocka Camping 

 

An dem Morgen mussten wir erst einmal einen Haken nach Norden schlagen, um im Gewerbegebiet im Netto-Supermarkt einzukaufen. Nicht immer hatten wir am Campingplatz Glück, auf dem Platz in Halmstad gab es nichts. Danach folgten wir wieder unserem Track in Richtung Süden.

In Melbystrand gab es einen mehrere Kilometer langen Strand, dem wir mit unseren Rädern einen Besuch abstatteten. Auf den Fotos sieht man die Räder am Strand geparkt stehen.

Später in Bastad fanden wir ein nettes Cafe aus dessen Innenraum Musik der 70 er Jahre schallte, dort fühlten wir uns beim ersten Kaffee des Tages sehr wohl. Im dem weiter westlich gelegenen kleinen Hafen von Bastad sahen wir uns die Boote an, danach ging es mächtig die Hügel hinauf. Auf dem unten zu sehenden Höhenprofil erkennt man, dass wir zwar nur 140 Höhenmeter hinaufmussten, aber die hatten auch schon mal eine Steigung von 16 %. Kein Wunder also, dass wir die Räder auch schon mal schoben.

Oben angekommen mussten wir feststellen, dass die Ausschilderung des Kategattleden dort etwas verwirrend war, daher wählten wir etwas später einen direkteren Weg hinunter nach Velbystrand. Der dortige kleine Hafen und die dortigen Einkehrmöglichkeiten waren ideal für eine Getränkepause.

Direkt am Kategatt entlang brachten uns die letzten Kilometer dann zum Campingplatz Rabocka westlich von Angelholm direkt am Strand gelegen. Am Abend liefen wir dann noch durch die hohen Dünen bis an den Strand.


 

78.7 km, 20:44:18

 

   


 

 22.Tag: Angelholm - Helsingborg

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 10.08.2019  70  1.823  313  9.954  Raa Vallar Camping 

 

Als ich an dem Abend auf meinem Dreibeinhocker vor dem nassen Zelt saß und auf den Tag zurück blickte kamen so Gedanken auf, wie „irgendwie war der Tag verrückt“! Unsere Kleidung hing vollkommen nass auf der Wäscheleine, wir hofften, dass der Wind sie trocken blies.

Dabei hatte das Wetter am Morgen noch gut ausgesehen. Zweidrittel des Tages auf über 50 km Strecke gab es keinen Tropfen Regen. Nördlich von Jonstorp hatten wir kurz einer Gruppe bei den Vorbereitungen für ein Dorffest zugeschaut, später in Höganas am Hafen den Blick übers Meer und auf die im Hafen liegenden Boote genossen. Zu dem Zeitpunkt fühlten wir uns noch wohl.

Wenige Kilometer vor Helsingborg, wir standen gerade am Schloss Sofiero, zogen die ersten Wolken auf. Bei dem was da heranzog sah es nicht nach einem kleinen Schauer aus. Wir schafften es mit unseren Rädern noch so gerade bis unter eine Schnellstraßenbrücke direkt neben einem Restaurant/Cafe Via 95, waren aber schon reichlich nass geworden auf den wenigen Metern zuvor. Da zog ein Sturm auf, der Werners Rad einfach umblies. In dem Cafe fanden wir aber Schutz, so dass wir geschützt von drinnen den aufziehenden Sturm betrachten konnten.

Das dauerte etwa eine Stunde, das Personal hatte draußen vorher alles gesichert, sonst wären da so einige Utensilien wohl durch die Gegend geflogen.

Irgendwann kamen wir zu der Ansicht, wir könnten es ja mal versuchen weiter zu radeln, die Kleidung war ohnehin nass, aber wir kamen noch nicht einmal einen Kilometer weiter. Am Fährterminal in Helsingborg konnten wir uns wieder unterzustellen, es war aber nass und kalt.

Diesen gedanklichen Spagat hatte ich ja schon häufiger auf meinen Touren erlebt. Weiterradeln im Regen hatte den Vorteil, man blieb durch die Bewegung einigermaßen warm, beim Unterstellen wurde einem, weil man noch verschwitzt war schnell zu kühl.

In einer kleinen Regenpause schafften wir es dann, die letzten wenigen Kilometer bis zum am südlichen Ende von Helsingborg gelegenen Campingplatz zu radeln. Der Stellplatz war nicht so toll, weil der Rasen zu sehr kaputt war, das Zelt stand eher in einem Matschloch und wurde entsprechend feucht und schmutzig. Glücklicherweise hatte der Platz aber einen Supermarkt, so dass wir nicht noch zum Einkaufen weit radeln mussten. Am Abend lockerte es dann auch wieder ein wenig auf.

 

70.1 km, 23:59:02

 

 

  


 

 23.Tag: Helsingborg - Malmö

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 11.08.2019  76 + 4  1.903  318  10.272  First Camp Malmö

 

Neben dem Supermarkt am Campingplatz stand ein Tisch und ein paar Stühle. Da sie nicht besetzt waren nutzten wir diese am Morgen für ein reichhaltiges Frühstück. Die Wetterkapriolen vom Vortag waren fast vergessen, die Sonne schien und wir freuten uns auf den Tag.

In Landskrona hatten wir nach gut 15 km unseren ersten Halt. Die Zitadelle/Burg wollten wir uns auf jeden Fall ansehen. Über eine Brücke querten wir den äußeren Wassergraben und radelten einmal komplett um die Burg herum. Später schauten wir uns noch ein wenig die Innenstadt an, radelten dann aber weiter in Richtung Süden.

Bei unserer Ankunft in Malmö mussten wir mehrmals auf unser GPS schauen, um durch die Innenstadt zu navigieren, am Strand fanden wir später eine Parkbank mit einem kleinen Kiosk, vor dem wir pausierten.

Der Campingplatz in Malmö befindet sich nur wenige hundert Meter nördlich der großen Brücke über den Öresund. Bei Stadtcampingplätzen hatte man es ja schon mal, dass aufgrund der starken Frequentierung die Qualität nicht stimmte, hier auf dem Platz Camp First fanden wir alles top. Es gab ein schönes Restaurant, saubere Sanitäranlagen und eine große Rasenfläche, auf der wir uns unseren Stellplatz selbst aussuchen konnten.

Später wurde es zwar durch eine eintreffende Jugendgruppe etwas lauter, das störte aber nicht großartig, weil wir ohnehin zum Restaurant wollten.

An dem Abend blickte ich gedanklich ein wenig zurück auf die vergangenen Tage, wir hatten inzwischen die 1.900 km – Marke überschritten und sehr viel gesehen. Aufgrund der Menge fiel es schon schwer sich einzelne Tage ins Gedächtnis zu rufen. Einen Tag später würde unsere Tour in Trelleborg am Fähranleger enden, wir hatten für den späten Abend wieder wie auf der Hinfahrt eine Nachreise bebucht.

  

76 km, 07:08:49

 

 

  


 

 24.Tag: Malmö - Trelleborg

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 12.08.2019  48 + 6  1.957  250  10.522  Auf der Fähre

 

An dem Morgen standen wir nach den wenigen hundert Metern ziemlich schnell unter der Öresundsundbrücke.

Die Öresundbrücke wurde im Jahr 2000 fertiggestellt. Wenn man die Abschnitte der Hochbrücke (7845 m), der westlichen Rampenbrücke (3014 m) und der östlichen Rampenbrücke (3739 m) zusammenrechnete, dann kam man auf eine beachtliche Gesamtlänge von 14598 m. Die aus Stahlbeton bestehenden Pylone sind 206 m hoch und die lichte Höhe der Fahrbahn beträgt an der höchsten Stelle 55 m. Die eine Milliarde teure Brücke wurde in nur 40 Monaten gebaut, nur drei Jahre für so ein gewaltiges Teil.

Auf unseren letzten gut 40 km hatten wir noch einen Stopp in Höllviken am Wikinger Museum und im Ort eine kleine Pause, danach folgte nur noch der Streckenabschnitt über den kleinen Ort Skegrie bis ins nordwestliche Trelleborg hinein. Den Nachmittag verbrachten wir in Trelleborg in der Innenstadt, aßen eine Kleinigkeit, tauschten unsere letzten schwedischen Kronen in Euro um und erkundeten schon mal den Weg zum Fährterminal.

Am Abend warteten wir dann am Fährterminal mit zwei anderen niederländischen Radlern und den vielen anderen PKW-Fahrern auf die Ankunft der Fähre. Um kurz nach 22:00 Uhr legte die Fähre dann pünktlich ab.Für die Nacht hatte ich mir meinen Schlafsack mitgenommen, so war es angenehmer die Nacht in dem Sessel zu verbringen.

 

50.5 km, 19:46:04

 

 

 


 

 25. Tag: Heimreise nach Dorsten

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 13.08.2019  0  1.957  0  10.522  keine 

 

Die Fähre kam pünktlich am frühen Morgen in Rostock an, mit den Rädern waren es dann nur noch wenige hundert Meter bis zum Parkplatz 4, wo wir den Wagen bei unserer Ankunft ja geparkt hatten.

Die Laufräder waren schnell demontiert, unsere Radtaschen verstaut, nach gut 500 km Autofahrt waren wir kurz nach dem Mittag wieder daheim.

 

Fotos des Tages: 

Auf der Heimfahrt wurden keine Fotos gemacht.