23. Tag: St.-Jean-Pied-du-Port - Pamplona

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 18.09.2016  76  2.116  1.332  14.368  Pilgerherberge "Paderborn"

 

Um 08:30 Uhr verabschiedete ich mich von Dieter Rohr, wir waren prima miteinander ausgekommen. Er gab mir noch sein Visitenkärtchen für eine mögliche spätere Kontaktaufnahme,  meine Internetseite mit Kontaktmöglichkeit hatte er sich bereits notiert. Am Vortag hatten wir von uns noch kein Foto gemacht, das wurde bei der Verabschiedung natürlich noch schnell nachgeholt (siehe Fotos).

Danach ging es ab Ortsausgang in 3 Stunden hinauf zum Ibanetapass, das Wetter war deutlich besser als am Vortag, lange Zeit hatte ich eine tolle klare Sicht. Die Grenze nach Spanien hatte ich am Anstieg in dem winzigen Ort Arneguy bereits unbemerkt überschritten, es ging mit gleichmäßiger Steigung hinauf, wobei es immer diesiger wurde.

Unterwegs lernte ich ein junges Paar aus Belgien kennen, die mit ihren Rädern etwa gleich schnell unterwegs waren.  Wir überholten uns bei den kurzen Pausen immer gegenseitig. Auf der Passhöhe machten wir von uns gegenseitig Fotos, trennten uns aber dann. Zu ungemütlich war es dort oben und man konnte nur wenig sehen.

Um auf der Abfahrt nicht auszukühlen ging es in voller Montur dann nach Roncesvalles hinab. Dort befindet sich eine große Pilgerherberge für die Camino Frances Pilger, die den Pyrenäenübergang geschafft haben.

Weiter in Richtung Pamplona musste ich  noch die kleineren Pässe Meskiritz (922 m) und Erro (801 m) überwinden, die waren aber kein Problem. Auf dem Erro kreuzt der originale Pilgerweg die Straße, aus dem Grund trifft man dort sehr viele Pilger, die sich an einem Verkaufswagen mit weiteren Getränken oder Speisen versorgen. Zügig ging es danach weiter bergab in Richtung Pamplona.

Der Campingplatz liegt in Pamplona zu weit außerhalb, aus dem Grund steuerte ich sofort eine Herberge nahe der Altstadt an. Bei Recherchen von zu Hause aus hatte ich bereits erfahren, dass die Herberge den Namen Paderborn besitzt, weil sie im Rahmen einer Städtepartnerschaft entstanden war. Ich staunte nicht schlecht, als Franz der Herbergsvater und seine Frau Ursula mich nett auf Deutsch begrüßten. Sie waren für einige Wochen die Hospitalieros und erzählten mir, dass man sich für diesen Job tatsächlich bewerben musste, sie machten das aber nicht zum ersten Mal.

Aufgrund meiner frühen Ankunft hatte ich noch damit gerechnet, dass die Erzählungen einiger anderer Pilger zutreffen könnten und ich als Radpilger warten müsste, um ein Bett zu bekommen. Also hier in Pamplona war das schon mal nicht der Fall. Mich stimmte das sehr zufrieden und als Franz mir dann auch noch den abschließbaren Keller für mein Rad zeigte, war meine Welt perfekt.

Frisch geduscht ging es etwas später in die Altstadt. Witzig fand ich, dass es in unmittelbarer Nähe der Herberge einen Aufzug hoch in die Altstadt gab.  Mit ihm fuhr man etwa 10 m bis an die alten Stadtmauern hoch. Die restlichen wenigen hundert Meter konnte man dann locker laufen und stand plötzlich in den alten Gassen der Innenstadt.

Pamblona liegt auf einer kleinen Hochebene 450 m ü.NN am Fluss Arga. Der Rio Arga floss direkt hinter der von mir gewählten Pilgerherberge Paderborn her, bei Hochwasser gab es dann schon mal Wasser im Keller, dass hatte mir der Hospitaliero Franz erzählt.  Im Wesentlichen wird das Stadtbild durch die gut erhaltene Zitadelle und die große Kathedrale geprägt. Darüber hinaus sind der Plaza de Castillo und das Rathaus an der Plaza Consistorial sehr sehenswert. 

Was war es herrlich, an dem Nachmittag in der Sonne auf den Plätzen einen Kaffee zu genießen! Zum Abend hin bestellte ich mir ein leckeres Essen und einen Vino Tinto der richtig gut mundete. Viele Pilger waren dort am Nachmittag unterwegs, immer wieder sah ich Rucksäcke und kam hier und da mit einigen Pilgern ins Gespräch.

Ein schöner Tag lag hinter mir, als ich zur Pilgerherberge zurücklief. Was man in den wenigen Stunden von Pamplona sehen konnte, hatte ich gesehen. Franz und Ursula waren bei meiner Ankunft immer noch mit irgendwelchen Arbeiten beschäftigt. Ich grüßte sie nur noch nett  und kroch müde in mein Bett.

 

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