02. Tag: Ein erster Schwenk ins Moseltal

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 28.08.2016  110  248  250  500  Camping Winninger Ferieninsel

 

Die erste Nacht im Zelt hatte ich „wie ein Stein“ geschlafen! Kein Wunder, die Nacht zuvor war ich aufgrund der Feier erst um 01:00 Uhr im Bett gewesen, gerade mal 5 Stunden Schlaf und dann wegen der Umwege in Köln gleich 138 km auf dem Rad waren wohl die Gründe dafür.

Am Campingplatz Berger bekam ich bereits um 07:30 Uhr einen Cafe und Croissants, so dass es gestärkt um 08:00 Uhr weiter in Richtung Süden ging.

An dem Tag war es extrem heiß und gleichzeitig hatte ich kontinuierlich Gegenwind. Die Strecke selber kannte ich ja genauso wie die vom Vortag von meiner Tour nach Rom. Bis Bad Breisig gab es auf den ersten 60 Tageskilometern nur kurze Stopps am alten Bundestag in Bonn, am Brückenmuseum der Brücke von Remagen und am Imbiss der Mehlemer Fähre, um ein paar Fotos zu machen oder etwas zu trinken.

In Bad Breisig war dann ein alkoholfreies Weizenbier fällig, wie sagt man so schön „Zisch und klack und weg“, dass zweite brachte dann die Lebensgeister zurück. Bis zum Dreiländereck in Koblenz hatte ich ordentlich mit der Hitze und dem Gegenwind zu kämpfen, es floss reichlich Schweiß und um 14:00 Uhr wurde es immer drückender. 100 km hatte ich bereits auf dem Tacho, als ich den kurzen Umweg zum Dreiländereck radelte und am dortigen Imbiss eine Kleinigkeit aß. Ich konnte zufrieden sein, bis zum Ziel einem Campingplatz in Winningen an der Mosel waren es nur noch 10 km, insofern hatte ich Zeit.

Mit dem Schwenk ins Moseltal befand ich mich mit dem Rad endlich auf neuem Terrain. Wir waren zwar mit der Familie schon mehrfach in verschiedenen Orten an der Mosel gewesen, mit den Rädern aber noch nicht, insofern war es schön, das Moseltal mal aus der Radperspektive wahrzunehmen.

Wenige Kilometer vor meinem Ziel traf ich noch einmal auf eine Gastronomie. Als die jungen Mädels hinter dem Tresen mein Rad mit dem Foto von Jakob sahen, waren sie hin und weg. „Ach wie süß! Wie alt ist er denn?“ Als ich dann erzählte, wohin meine Reise mit dem Rad geht, stutzte die eine und sagte, da war doch heute schon einer hier. So ein Herr etwas älter als sie, der wollte auch mit dem Rad nach Santiago de Compostela. Als ich dann antwortete: „Ja, das ist der Claus, den kenne ich, der ist heute von Mettmann aus gestartet und auf demselben Weg“, da waren sie ein wenig irritiert, gleich zwei „Verrückte“ an einem Tag, dass waren ihre Gedanken wohl.

Claus kannte ich seit einiger Zeit per Telefon. Er hatte mit mir mal Kontakt aufgenommen, um sich Tipps zu holen. Wir wussten beide davon, dass wir zeitgleich nach Santiago d. C. gestartet waren, würden uns sicher auch unterwegs treffen, aber jeder sein eigenes Tempo fahren.

Der Campingplatz in Winningen ist sehr groß, aber auch schon älter. Duschen und Toiletten befanden sich im ersten Stock eines Gebäudes, das wie auf Stelzen gebaut aussah. Klar, wenn die Mosel Hochwasser führte, musste der Platz geräumt werden und den Dreck und Schlamm im Sanitärgebäude wollte auch keiner, daher die etwas eigenartige Bauweise. Schön war an dem Abend, dass ich nicht mehr in den kleinen Ort radeln musste, um essen zu gehen, alles was das Herz begehrte, gab es vor Ort.

 

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