16. Tag: Entraygues - Saint-Cirq-Lapobie

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 11.09.2016  106  1.627  388  8.951  Camping de la Plage

 

Die Strecke von Entraygues über Capdenac war ich mit meiner Frau Claudia ja sechs Jahre zuvor geradelt, insofern kannte ich den Weg. Morgens war es noch angenehm kühl, als ich den Ort verließ. Die Fahrt ging überwiegend bergab, kleine Anstiege gab es, doch das fühlte sich an wie im Münsterland. An dem Tag traf ich schon früh einen Schweizer Radler, der mit relativ wenig Gepäck nach Santiago unterwegs war. Wir unterhielten uns einige Zeit über die noch vor uns liegende Strecke und er erzählte mir, dass er aus der Gotthard Region kam.

Ich passierte mehrere Bauernhöfe, eine alte Tankstelle und eine alte Waschstelle, bevor ich auf das Hinweisschild zum Chateau Larroque-Toirac traf. Das Chateau befindet sich auf der anderen Seite des Flusses Lot. Ich nutzte wie vor 6 Jahren schon den Straßenabzweig zur D38/D662, um auf die andere Seite zu gelangen. Nach der Flussüberquerung sieht man das Schloss hoch oben über dem kleinen gleichnamigen Ort am Berg „kleben“.

Bis zum Ort Carjac war es dann nicht mehr weit. Immer an einer stillgelegten Bahntrasse entlang, ging es direkt in den Ort hinein. Gleich am Anfang des Ortes, wo ich rechts abbiegen musste, gab es ein kleines Restaurant. Ich bestellte mir dort einen leckeren Salat. In der Mittagshitze wurde es  Zeit, eine Mittagspause einzulegen.

Nun ein wenig über die Geschichte des Ortes:

Schon seit dem Mittelalter war Carjac eine Durchgangsstation für Pilger. Das 1269 erbaute Hospiz des Ortes findet in mehreren alten Texten Erwähnung. Eine Pilgerbrücke gibt es bereits seit 1320 über dem Fluss Lot. Heute gibt es in Cajarc zwei Pilgerherbergen (Gîte d'étape), Hotels und private Unterkünfte (Cambre d'hôtes) sowie einen Campingplatz. Ebenso befindet sich am Ort ein lokales Touristenbüro. Erste Anzeichen von Menschen fand man in den zahlreichen prähistorischen Höhlen der Umgebung. Aus den Ursprüngen einer römischen Siedlung entwickelte sich die Stadt Caiac, aus der später Cajarc wurde. Während des Hundertjährigen Krieges hatte  Cajarc, wie die meisten französischen Städte unter den Angriffen  der Engländer zu leiden. Der Festung oberhalb der Stadt und den massiven Verteidigungsanlagen um die Stadt ist es wohl zu verdanken, dass sie von englischer Besatzung verschont blieb. Allerdings wurde die Brücke über den Lot im Jahre 1356 von den Invasoren zerstört. 1842 baute man eine Hängebrücke, die bis heute in Betrieb ist. Während der Religionskriege bildete Cajarc für mehr als ein Jahrhundert einen protestantischen Zufluchtsort. Im Januar 1623 wurden die Festung und die Verteidigungsanlagen der Stadt auf Anweisung des Kardinals Richelieu zerstört. Seine Blütezeit erlebte der Ort im 19. Jahrhundert, dank der Gerbereien, Fabriken, Bergwerke und des Phosphat-Transports per Binnenschiff auf dem Fluss Lot.

Auf meiner weiteren Fahrt wurde die Landschaft immer schöner. Die steilen Felsen und die  teilweise eng an die Felsen gebauten Häuser waren malerisch anzusehen. 

Um 15:00 Uhr erreichte ich den „Camping de la Plage“ in Saint-Cirq-Lapobie. Die Hitze war bis in einen unerträglichen Bereich gestiegen, so dass ich keine Lust mehr verspürte, in den alten Ort hoch zu laufen. Zweimal war ich ja bereits mit Claudia dort gewesen und kannte das alte Künstlerdörfchen von unseren Besuchen in den Jahren 1999 und 2010.

Über Saint-Cirq-Lapobie:

Saint-Cirq-Lapobie wurde von der Vereinigung „Les plus beaux villages de France“ zu einem der schönsten Dörfer Frankreich erklärt. Die steilen Gassen des Ortes sind geprägt durch ziegelgedeckte Giebelhäuser aus dem 13. bis 16. Jahrhundert. Viele Künstler haben sich im Dorf niedergelassen und bieten ihre Erzeugnisse an. Am Fuße des Felsens Lapobie erinnern Mühlen, Schleusen und der Hafen sowie der Leinpfad an die Zeit der florierenden Binnenschifffahrt auf dem Lot. Im Mittelalter existierte in Saint-Cirq-Lapobie ein Hospiz für Pilger. Heute gibt es im Ort eine Pilgerherberge (Gîte d'étape), mehrere Hotels und Privatzimmer (Chambre d'hôtes) sowie den am Lot gelegenen Campingplatz, auf dem ich übernachtete.

 

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