Ein tolles mittelalterliches Stadtfest in Stralsund   

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 23.07.2015  60 + 0  2.859  177  9.233  Pension zur Fährbrücke

 

Den komfortablen Campingplatz verließen wir an dem Morgen schon fast ungern, so sehr hatte er uns gefallen. Nach dem Frühstück an dem neben unserem Zelt stehenden Tisch und Bank machten wir uns aber auf den Weg. Über Bresewitz in südlicher Richtung nach Barth führt der Ostseeküstenradweg über ein relativ schmales Stück Land, welches den Bodstedter Bodden vom Barther Bodden trennt.

In dem Bereich gibt es eine alte Bahntrasse, die früher die Orte Barth und Prerow verband, als Besonderheit erhalten geblieben ist die Eisenbahnschwenkbrücke auch als Meiningenbrücke bekannt. Sie wurde bereits im Jahr 1910 in Betrieb genommen und besitzt einen schwenkbarern Teil mit einer Länge von 43,70 m. Bis zum 2. Weltkrieg wurde die Bahnlinie genutzt, um tausende Urlauber auf die Halbinsel Zingst zu transportieren. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Gleise als Reparationsleistung an die Sojwetunion abgebaut. 1947 fuhr der letzte Zug über die Brücke. Erst in den 60 er Jahren wurde der Teilabschnitt zwischen Bart und Bresewitz wieder aufgebaut, er diente aber nur für Militärtransporte der NVA zum Armeestandort Zingst.

In Barth sahen wir uns die recht schöne Innenstadt und den Hafen an, bevor es viele Kilomter durch die Wiesen bis nach Hohendorf ging. Tja und in dem Ort sahen wir einen Hinweis auf das Schloss Hohendorf, mit gleichzeitiger Auschilderung eines Cafes. Nach der langen Fahrt durch die Wiesen lag eine Pause nahe und so kehrten wir in dem Cafe ein. Als die Rechnung kam staunten wir nicht schlecht und waren ein wenig stinkig auf die mit polnischem Akzent deutsch sprechende Besitzerin. Fertigkuchen von ALDI erhielten alle Gäste, weil es keinen anderen im Angebot gab. Das Stück für 4 Euro, der Pott Cafe ebenfalls für 4 Euro machte dann für uns gemeinsam 16 Euro in der Rechnung aus. Die gute Frau verdiente an einem aufgetauten ALDI Kuchen mal so eben 30 Euro. Der Kuchen kostete bei ALDI 2,99 €, wobei man problemlos 8 Stck daraius schneiden konnte. Soviel Frechheit zu besitzen, dazu gehörte schon eine gewisse Art besonderem Geschäftssinns. Aber die Dame wusste natürlich, dass es sich bei den vielen Radlern, die dort einkehrten in der Regel nicht um wiederkehrende Gäste handelte.

Etwas später sahen wir auf dem Radweg eine Frau mit ihrer Tochter auf dem Boden rumkriechen und dachten was ist denn da los? Ein Maulwurf krabbelte durch das für ihn hohe Gras und fand wohl den Eingang ins Erdreich nicht.

Über die kleinen Orte Klausdorf, Gross-Darnitz und Parow gelangten wir dann langsam in den nördlichen Bereich von Stralsund. Von der Ferne konnte man bereits die große Brücke sehen, über die die B96 die vielen Urlauber nach Rügen bringt.

Bei der Ankunft im Ort radelten wir zunächst zur Pension "Zur Fährbrücke". In Zingst hatten wir die letzte Nacht im Zelt verbracht und in Stralsund eine Nacht in der Pension gebucht. Die nette Vermieterin war nicht im Haus, teilte uns aber am Telefon mit, dass sie in einer halben Stunde wieder zurück sei. Wir nutzten die Zeit und schauten uns in der Zwischenzeit ein wenig den Hafen an. Auf einer Bank saß eine ältere Frau, mit der wir in ein Gespräch kamen. Sie erzählte uns viel von ihren Kindern und ein wenig aus der DDR-Zeit. Sie war ganz aufgeregt darüber, nach vielen Jahren bei ihrem jetzigen Ausflug, den sie mit 84 Jahren alleine unternahm, zur Insel Hiddensee zurückzukehren. Damals hatte sie ihren Urlaub mit ihrem Mann dort verbracht, der zwischenzeitlich gestorben war.

Nach dem Bezug unseres Zimmers, die Räder waren im Keller bereits sicher untergestellt, machten uns auf, Stralsund zu Fuß zu erkunden. Im Hafen sahen wir uns zuerst die dort liegende "Gorch Fock I" an, die seit Jahren außer Dienst, aber immer noch imposant anzuschauen ist, danach liefen wir einfach durch die Innenstadt. Ich möchte hier nicht mehr über die Sehenswürdigkeiten von Stralsund schreiben, dazu findet man genug in Reiseführern und im Internet. Nachstehend nur eine kleine Auflistung, wo wir uns an dem späten Nachmittag und Abend noch bewegten:

- Alte Kontorhäuser
- Kloster zum Heiligen Geist
- Europäische Backstein Gotik Haus
- Die Kirche St. Marien in Stralsund
- Meeresmuseum
- Innenstadt, Rathaus, Mittelalterliches Wallensteinfest

Den krönenden Abschluß fanden wir im Wallensteinfest. Vor dem Rathaus waren viele mittelalterlichen Stände aufgebaut, es wurde musiziert und viel gelacht. Es war ein schöner Abend und der Besuch Stralsunds hatte sich absolut gelohnt.