Ein Abstecher nach Ribe und eine ungeplante Schleusenbaustelle

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 29.06.2015  89 + 7  1093  156  1.781  Esbjerg Camping

 

Am Abend zuvor hatte es ab 19:00 Uhr fast drei Stunden geregnet. Mir war es egal, zumal die Wetteraussichten für den darauffolgenden Tag gut waren. In solchen Situationen hilft es sich etwas Erholung zu gönnen, um 08:30 Uhr mal die Augen zu schließen und ein wenig zu träumen. Das Regenproblem war damit am Vorabend gelöst.

Als ich an dem Tag wach wurde, war der Regen schon wieder vergessen, in der Morgenfrische zu frühstücken und den Cafe zu kochen machte mir sehr viel Spaß. Wie ruhig es dort war! Der Platz war zwar nur zum Teil belegt, aber irgendwie schien es mir, dass viele der Ansicht waren, dass ein Urlaub zum schlafen da war. Ganz so sah ich das nicht, mal war ok, aber man verpasste auch die mir so lieb gewonnene Morgenstimmung.

Als ich um 08:00 Uhr mit meinem Gespann den Platz verlies, schaute mich der Platzwart mit einem Blick "Wo will der denn so früh hin?" an. Mir störte das nicht, sehr schnell schwenkte ich wieder auf den Orignaltrack der Northsea Cycle Route ein.

Das erste Highlight des Tages war ein kleines Museum nur hundert Meter von der Straße, in dem man einiges über die unmittelbare Region hinter dem Deich erfahren konnte. Der kleine Ziegelbau lag sehr schön auf einem Hügel und erinnerte daran, dass die Deiche früher vielleicht nicht so hoch waren.

Etwas später nach einigen Sandpassagen auf der Northsea Cycle Route war ich es leid mein Rad immer mal wieder schieben zu müssen. Ich verlies die Route und radelte etwas weiter östlich nach Ribe, einen Ort, den ich 30 Jahre zuvor gemeinsam mit meiner Frau bereits per Rad besucht hatte. 

Es ware sehr schön so einen Ort nach so vielen Jahren nochmal wieder zu sehen! Ich wünschte mir in der Situation, meine Frau wäre dabei. Schon damals war er etwas besonderes auf unserer Tour gewesen. Die alten Fachwerkbauten, die alte Kirche, die kleinen Kanäle und vielen Cafes und Restaurants zogen einen einfach in ihren Bann.

Etwas später verlies ich über eine kleine Straße Ribe. Sie führte direkt nach Westen in Richtung Meer und quasi wieder auf die Northsea Cycle Route zurück. Auf dem ersten Kilometer dieser Straße gab es bereits ein Hinweischild, welches auf eine Baustelle an einer Schleuse hinwies. So richtig konnte ich den Text nicht übersetzen, ich dachte nur, wird wohl für Autos gelten, wie falsch ich damit lag, bemerkte ich erst 7 km später. 

Da stand ich dann vor einer Großbaustelle und die Straße war komplett gesperrt. Sehr schnell merkte ich, dass einige Fussgänger und Radfahrer ohne Gepäck ihr Rad oben uf dem Deich schoben, also gab es irgendwo einen Weg. Mit meinem Gespann durchs Gras hinauf auf den Deich war ja schon nicht so leicht, an der Schleuse gab es dann das nächste kleine Problem. Direk über dem Schleusentor befand sich nur eine schmale Brücke von ungefähr 40-50 cm Breite. Ein Durchkommen war mit dem Gespann oder Rad alleine so nicht möglich. Also alle Taschen ab und mit dem Rad über den Kopf auf die andere Seite der Schleuse. Danach jeweils mit Hänger und Taschen das ganze noch viermal und all mein Gepäck war drüben.

Nach Esbjerg ging es dann weiter kilometerlang am Deich entlang, danach im Bogen um den Ort herum bis zum Campingplatz. Kurz vorher hatte ich noch einen Stop an einem Denkmal, wo ich kurz in ein Gespräch mit einer Familie aus Xanten kam. Sie fotografierte mich mit meiner Kamera und im Gegenzug fotogrsfierte ich ihre Kinder, die auf einem der unten zu sehenden Fotos sind.

Bei der Ankunft auf dem Campingplatz in Esbjerg war die Wetterlage hervorragend. Über den Platz lässt sich auch nichts negatives sagen. Sehr schöne Stellplätze, einen Pool, saubere Duschen, was will man mehr.