03. Tag: Zum Wasserschloss Reisach und hinauf zur Stögeralm und Kreuzbergalm

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 29.07.2016  61  195  1.050  3.190  Gasthof Lieberhof

 

Die Strecke vom Lieberhof nach Tegernsee hinab machte natürlich auch an diesem Morgen Spaß. Am Bahnhof von Tegernsee trafen wir uns mit Uli um auf der Ostseite des Sees nach Norden zu radeln. Der Tegernsee wird von Süden aus den Bergen her im wesentlichen durch die Flüsse Rottach und Weissach gespeist. Im Norden bildet der Mangfall den natürlichen Abfluss, dem wir im weiteren Verlauf nach folgten. Die Strecke war sehr schön zu befahren, immer mit leichtem Gefälle kamen wir zügig voran. Vor der Papierfabrik Luisenthal legten wir eine kleine Pause ein und lauschten Ulis Erläuterungen: Bei der Papierfabrik handelt es sich um eine Banknoten- und Sicherheitsdruckerei, in der Banknoten verschiedensten Länder und andere Dokumente wie Ausweise, Pässe und Zertifikate hergestellt wurden. So erklärte sich natürlich auch der ziemlich abgesicherte Bereich.

Weiter am Mangfall entlang erreichten wir nach wenigen Kilometern das Wasserschloss Reisach. Das Wasserschloss wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut und war auch heute noch Bestandteil einer komplexen Anlage des Münchener Wasserweges. Wir hatten das Glück zum richtigen Zeitpunkt einzutreffen, während gerade eine Führung begann. Die Einladung mit ins Wasserschloss zu kommen nahmen wir gerne an, so konnten wir die eindrucksvolle Anlage auch von Innen besichtigen und uns die Erläuterungen des Führers anhören. Im Wasserschloss sah man einen tiefen gefliesten Schacht, in dem unten das hinein fließende Wasser brodelte. Das Wasser kam nicht aus Fluss Mangfall, der in unmittelbarer Nähe vorbei floss sondern aus seitlichen langen Kanälen, die man in die umliegenden Berge gebohrt hatte. Darüber hinaus hatte man mehrere Abflüsse geschaffen, über die das Wasser durch ein verzweigtes Kanalsystem nach München floss. Das Wasserschloss Reisach war quasi eine Wasserverteilstation. Den Querschnitt eines alten Kanalstückes würden wir etwas später noch am Spiralschacht Thalham sehen.

Bis zum Spiralschacht Thalham mussten wir nicht mehr weit radeln, dort erreichten wir den nördlichsten Punkt unserer Tagestour. Den markanten Treffpunkt hatte Uli sich ausgedacht. Einen Tag später wollten wir uns genau dort mit einer von ihm geführten Radlergruppe aus München treffen. Was war das für eine Gruppe? Die Gruppe bestand aus Radlern, die sich einmal pro Jahr zu dieser Tour bereits zum 19. mal traf. Es war einfach toll was Uli da seit Jahren organisierte. Man radelte zwei Tage gemeinsam von München- Haching aus in Richtung Tegernsee und übernachtete gemeinsam in einer Berghütte wie in diesem Jahr in der Blecksteinhütte kurz hinter dem Spitzingsee. Dazu aber später noch mehr.

Nun ein paar Zeilen zum Spiralschacht Thalham. In diesem sogenannten Übergabeschacht wird das Wasser über eine spiralförmig angelegte Betonrinne sanft nach unten geleitet und gelangt so in tiefergelegene Druckrohleitungen, welche nach München führen. Der Sinn dieser Spirale ist wohl der, dass das gesunde Kohlensäure und Kalk-Gleichgewicht im Wasser nicht gestört wird.

Nach einer Pause radelten wir ein kurzes Stück auf dem selben Weges zurück, schwenken dann aber in den Ort Miesbach. Dort wollte Uli beim Gastwirt Bräuhaus einen Tisch für den folgenden Tag reservieren. Immerhin würde unsere kleine Gruppe von 5 Personen auf ca. 25 anwachsen.

Danachgegen den Uhrzeigersinn um den Schliersee zu radeln, dass hatte etwas faszinierendes. Der See lag ruhig in den umliegenden Wiesen, selbst die auf der Westseite befindliche Bahnlinie störte nicht. Am Südufer kamen wir an ein paar Badehäuser vorbei, Badegäste waren nur wenige dort. Am Südrand vom Ort Schliersee angekommen staunten wir nicht schlecht, Uli hatte einen kleine Besonderheit in unsere Tagestour eingebaut. Uns erzählte er nur von einem kurzen Anstieg zur Stögeralm, verschwieg aber grinsend die Steigungsprozente von durchgehend 24 %. Irgendwann hatten wir auch das geschafft. Oben auf der Alm gab es zur Belohnung ein kühles Radler, der Blick auf den unten liegenden Schliersee war dabei wunderschön.

Mit dem Anstieg zur Stögeralm waren die Höhenmeter des Tages noch lange nicht geschafft. Weiter in Richtung Westen kurbelten wir unsere Räder über den kleinen Ort Breitenbach über 450 Höhenmeter hinauf zur Kreuzbergalm. Auch dort gab es längere Strecken mit Anstiegen um die 15-16%. Die meisten Kilometer fuhren wir mit den Rädern, es gab aber immer wieder kurze Abschnitte, wo wir unsere Räder schoben. 900 Tageshöhenmeter hatten wir bereits in den Beinen als wir an der Kreuzbergalm nass geschwitzt eintrafen. Wunderschön war es dort oben, ideal um ein Mittagsmahl einzunehmen. 2 Platten mit Wurst, Brot und Käse wurden bestellt und schon ging es uns wieder gut.

Die Abfahrt nach Tegernsee war einfach super, wir kamen noch kurz an Ulis Haus vorbei, verabschiedeten uns von Uli und verabredeten eine Uhrzeit für das Treffen am kommenden Morgen. Tja und dann mussten/durften wir wieder die letzten Höhenmeter zum Lieberhof hinauf. Den Abend verbrachten wir am Lieberhof auf der Terasse mit Blick auf den Tegernsee.

 

km,

 

Höhenprofil des Tages