05. Tag: Schengen - Corny-sur-Moselle

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 31.08.2016  90 + 11  591  210  1.390  Camping Le Paquis

 

Wenige Meter neben meinem Stellplatz befand sich ein Pavillon, mit einem Tisch aus Stahlfüßen und einer Tischplatte aus Beton. Nicht dass ich diese Kombination mit Plastikstühlen schön fand, zum Kaffee kochen und zum Frühstücken war der Platz aber trotzdem optimal. Am Abend zuvor war ich noch kurz im nahen Lidl gewesen und hatte Baquette, Margarine und Aufschnitt gekauft, so konnte ich in Ruhe mein Frühstück genießen, übrigens etwas, das mir generell auf den Campingplätzen gefiel. Die meisten Gäste standen erst um 08:00 Uhr auf, es gab keine Stimmen, es herrschte fast absolute Ruhe.

An dem Tag ging es fast nur an der Mosel oder dem parallel zur Model führenden Canal entlang. Meine vorherigen Bedenken bezüglich der Durchquerung der etwas größeren Städte Thionville und Metz lösten sich unterwegs „in Luft auf“. Was war es doch einfach, dem im GPS Gerät gespeicherten Track zu folgen, wenn man gleichzeitig noch auf die Schilder für Radfahrer achtete.

Ein Problem hatte ich eher noch vor Thionville zwischen den kleinen Städten Basse-Ham und Haute-Ham. Dort gab es in unmittelbarer Nähe von einem Nautic-Zentrum eine große Baustelle und die Umleitung war für Radfahrer relativ schlecht ausgeschildert. Ein zusätzlicher Bogen von ca. 2 km löste das Problem, danach war ich wieder auf dem Moselradweg unterwegs.

Wenn man in die unten zu sehende Karte hinein zoomt, dann sieht man nicht nur den geradelten Bogen, sondern auch sehr schön, wie einen der Moselradweg vollkommen verkehrsfrei durch Thionville und Metz führt.

An dem Tag kam ich zweimal mit Radlern ins Gespräch, die ebenfalls auf dem Moselradweg unterwegs waren. Eine Gruppe hatte einen Plattfuß am Rad, der aber wohl fast schon behoben war. Später traf ich auf ein Pärchen, die gemeinsam mit Pedelecs ebenfalls auf dem Weg nach Santiago d. C. waren. Sie standen am Radweg und störten sich daran, ein Knacken vorne am Motor eines ihrer Pedelecs zu hören. Ich konnte ihnen dabei nicht helfen, sie überholten mich später aber und hielten den Daumen hoch, daher wusste ich, dass der kleine Schaden wohl behoben war.

Der Radweg an der Mosel entlang gefiel mir in Frankreich sehr, was etwas fehlte waren die in Deutschland typischen Einkehrmöglichkeiten. Genügend Wasser mitzunehmen war dann wichtig, wenn man nicht vorhatte, den Moselradweg zu verlassen, um einen Ort anzusteuern.

Nach 90 km war ich bereits um 14:00 Uhr im Ziel, ein wenig relaxen und einmal in den 5 km entfernten Lidl zu fahren, war an dem Nachmittag gut möglich. Darüber hinaus radelte ich noch ein paar Kilometer vom Campingplatz in Corny-sur-Moselle zurück, um mir in Jouy-aux-Arches das bereits auf der Anfahrt entdeckte römische Aquädukt näher anzusehen. Das riesige Aquädukt ist über 1100 m lang und verbindet die beiden Moselufer mit Hilfe von 110 Säulen, deren längste 25 m lang ist. Das Bauwerk stammt aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. und ist nur ein Teil einer insgesamt 22 km langen Kanalisierung, die das Wasser von Gorze bis nach Metz transportierte. 

 

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