04. Tag: Von Bernkastel Kues nach Schengen

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 30.08.2016  110 + 4  490  350 + 50  1.180  Moselcamping Dreiländereck

 

Die weitere Fahrt an der Mosel entlang war von ähnlichen landschaftlichen Eindrücken geprägt  wie die Etappe am Vortag. Auch wenn es in Richtung Trier mal an der Straße entlang ging, die wenigen Autos störten nicht und zum ersten Mal sah ich bei einem Wechsel der Straßenseite an einem Pfahl eines Straßenschildes die Muschel des Jakobsweges.

In Neumagen-Drohn gab es im Dorf Cafe Hermes erst einmal ein zweites Frühstück, bevor ich kurze Zeit später noch im Ort vor einem Replikat des Neumagener Weinschiffes stand. Bei dem in Stein gehauenen Weinschiff handelt es sich um das Grabmal einen römischen Weinhändlers. Es hatte wohl den Zweck, den Beruf des Verstorbenen darzustellen. Das Weinschiff wurde im Jahr 1878 in Neumagen als Teil eines Fundamentes einer Kastellanlage gefunden. Das Original steht im Rheinischen Landesmuseum in Trier. Nach der kurzen Besichtigung ging es weiter in Richtung Trier.

In einem Familienurlaub vor vielen Jahren waren wir mit den Kindern mal in Trier gewesen, das war lange her. Umso erstaunter war ich, wie schön sich die Altstadt von Trier mir präsentierte. Nicht nur die Porta Nigra, deren Besuch ja zum Pflichtprogramm gehörte, nein auch die Altstadt rund um den Hauptmarkt und am Domfreihof.

Meine Mittagspause verbrachte ich draußen in einem Restaurant in unmittelbarer Nähe zum Domforum. Dort hatte ich mir kurz vorher nach der Dombesichtigung einen Stempel für meinen Pilgerausweis geholt.

Und dann wurden wieder einige Touristen auf mein Schild am Rad aufmerksam. Es war ja nicht das erste Mal, dass sich Menschen dafür interessierten. Die Gespräche verliefen ähnlich! Alle fanden Jakob süß, gleichzeitig fanden sie es toll, dass ein Großvater für sein erstes Enkelkind so eine riesige Strecke mit dem Rad fuhr. Danach erzählten sie mir, dass sie schon zwei, drei oder vier Enkelkinder hatten und ein weiteres geplant sei. Das kannte ich noch nicht, es gab quasi einen Wettbewerb bezüglich der Anzahl der Enkelkinder, je mehr man hatte, je mehr stieg mal als Opa oder Oma im Wert.

Während es morgens noch angenehm kühl war, stieg die Temperatur nach dem Mittag wieder gewaltig an. Hinter Konz am Moselufer kurz hinter der alten Fährrampe Igel sah ich im letzten Augenblick rechts von mir ein Wassertretbecken, vor dem jemand mit kurzer Hose saß. Das Tretbecken war einfach zu verlockend, um einfach weiterzufahren. Die Schuhe ausgezogen dauerte es keine zwei Minuten und ich stand im Wasser und genoss die angenehme Kühle.

Und dann kam ich in ein Gespräch mit Rainer Becker, der dort ebenfalls seine Füße kühlte, er war Triathlet. Wir endeckten viele gemeinsame Themen, wie z.B. dass 24 Stunden Rennen auf dem Nürburgring, meine Radreisen,  seine Teilnahme an Triathlon Veranstaltungen und vieles mehr. Es war ein sehr nettes Gespräch! Nach ca. einer Stunde verabschiedeten wir uns herzlich voneinander und ich machte  mich wieder auf den Weg, schließlich sollte es noch bis Schengen gehen.

In Wasserbillig radelte ich über die Grenze nach Luxemburg auf die Westseite der Mosel. Das stellte sich später als Fehler heraus. Wäre ich etwas später in Grevenmacher über die Brücke zurück nach Deutschland gefahren, hätte ich es deutlich ruhiger und nicht so anstrengend gehabt.

Der Grund war, dass der Radweg an der N10 entlang führte und ich in deren Verlauf hinter Machtum auf eine Baustelle traf. Für Radfahrer war die weitere Straße gesperrt und die Ausschilderung verlief steil hoch in die Weinberge. Höhenmeter kamen auf dem Stück nicht viel zusammen, aber es war sehr steil. Oben angekommen gab es natürlich die Belohnung in Form eines tollen Rundblickes in die Umgebung.

In dem kleinen Ort Remich kurz vor Schengen führte mein Track dann über die Brücke auf die deutsche Seite, dort gab es den Campingplatz „Moselcamping Dreiländereck“ und in der Nähe ein tolles Restaurant mit dem Namen „Rothaus“. Dort gefiel es mir an dem Abend.

 

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