29. Tag: Mansilla - Astorga

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 24.09.2016  67  2.576  454  18.893  Albergue San Javier

 

Der kleine Ort Mansila de las Mulas befindet sich südöstlich von Leon und von dort bis in die Altstadt von Leon war es nur 16 km weit. Der Pilgerweg geht auch hier auf einem schmalen Pfad an der Nationalstraße entlang, danach führt er durch die nicht sehr ansehnlichen Industrieanlagen der Vororte der knapp 130.000 Einwohner großen Stadt.

Leon wirkt für Pilger, die ja meist ihre Ruhe suchen, riesig. Der eigentliche Altstadtbereich ist  dagegen wieder klein. Als ich noch vor Mittag auf dem Plaza de Regla direkt vor der großen Kathedrale von Leon eintraf, war es verhältnismäßig ruhig. Die Stadtreinigung beseitigte wohl noch den Schmutz vom Vortag, wässerte den Platz, damit es nicht staubte und fegte hier und da. Ein paar Pilger mit ihren Rucksäcken querten den Platz, ein paar Menschen mit Tüten, die bereits Einkäufe getätigt hatten, ansonsten waren nicht viele Menschen zu sehen.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind die Kathedrale mit ihren tollen Glasfenstern, die Basilika Isidoro mit romanischen Fresken und das ehemalige Convento de San Marcos, das heutige Parador-Hotel. Beim Verlassen des Ortes kam ich  mit meinem Rad dem Pilgerweg folgend automatisch an dem ehemaligen Convent vorbei. Auf dem Vorplatz vor dem Parador Hotel, dem Plaza de San Marco gibt es mehrere Bänke, die geeignet sind, zu pausieren. Dort setzte ich mich bei dem herrlichen Wetter einfach ein wenig in die Sonne und schaute dem Treiben der Menschen zu.

Einige Zeit später war ich froh, den Innenstadtbereich hinter mir gelassen zu haben, beim Verlassen des Ortes überholte ich wieder Hunderte von Pilgern. Wo kamen diese Menschen alle her? Den Statistiken des Pilgerbüros in Santiago de Compostela konnte man entnehmen, dass die Kurven der Pilgerzahlen in den letzten Jahren steil nach oben wiesen und es kein Ende nahm. Immer mehr Menschen zog es auf diesen Weg, der meiner Ansicht durch die Massen immer unattraktiver wurde, aber ich konnte gut reden, war ich doch selber dort unterwegs.

Eine Pause legte ich noch kurz vor dem kleinen Ort San Martin del Camino ein. Dort gab es direkt an der N120 gelegen eine Pilgerherberge, die nicht besonders schön war, aber eben draußen vor der Herberge die Möglichkeit bot, Kaffee zu trinken. Einige abgekämpfte Pilger „lümmelten“ sich dort auf den Stühlen, bevor sie weiter in Richtung Astorga liefen.

Mein nächstes Zwischenziel war dann der Ort Puente de Orbigo. Der Ort hatte den Namen, weil er an der Brücke über den gleichnamigen Fluss liegt. Beim Betrachten der Brücke fühlte ich mich ein wenig ins Mittelalter versetzt. Eine Hinweistafel zeigte, dass auf dem Gelände in unmittelbarer Nähe des Flusses wohl hin und wieder „Ritterspiele“ aufgeführt wurden. Spätere Recherchen über den Ort ergaben, dass es den Ort tatsächlich schon im Mittelalter gegeben hat. Auf der anderen Seite der Brücke, über die ich mein Rad schob, gab es damals schon ein Krankenhaus, aus dem Grund hieß der Ortsteil auf der anderen Seite des Orbigo auch „Hospital de Orbigo“.

In Astorga kam ich nach 67 km bereits um 14:00 Uhr an. Am Ortseingang hatte ich noch auf einer in Serpentinen hochführenden Stahlrampe die Bahnlinie überquert, danach radelte ich über wenig befahrene Straßen bis in die Innenstadt.

Die Altstadt von Astorga ist nicht besonders groß. Meine gewählte Herberge (Albergue San Javier) hatte ich schnell gefunden und mein Rad im Hinterhof sicher deponiert. Der Kern der Altstadt ließ sich problemlos zu Fuß erkunden und meinen Beinen wollte ich nicht noch mehr Kilometer antun.

Wie man auf den Fotos sehen kann, war die Herberge, in der ich untergekommen wa,r sehr alt. Man hatte irgendwann mal die Sanitäranlagen erweitert und erneuert und der Schlafsaal war wie in alten Herbergen üblich sehr groß. Bei meinem Aufenthalt hatte ich die Betten nicht gezählt, ungefähr 40 müssten es aber gewesen sein, kein gutes Omen für eine ruhige Nacht.

Die Calle Porteria, in der sich meine Unterkunft befand, musste ich nur wenige Meter nach Norden laufen und schon wurde der Fotoapparat aktiviert. Zwei große Objekte standen direkt vor mir, rechts die Iglesia de Santa Marta und links daneben die Kathedrale von Astorga. Im Größenvergleich konnte sie mit der Kathedrale von Leon natürlich nicht  mithalten, war aber schön anzusehen.

Den späten Nachmittag verbrachte ich die meiste Zeit im Ort. Ich lief ein wenig durch die Gassen bis zum Plaza de Espana und aß dort auch in einem Restaurant.

 

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