22. Tag: Zweiter Pausentag in St-Jean-Pied-du-Port

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 17.09.2016  0  2.040  0  13.036  Camping Municipal in Ortsmitte

 

Die Nacht über hatte es die ganze Zeit leicht geregnet. In einem Zelt hört sich das Prasseln des Regens ohnehin immer schlimmer an, dank festem Schlaf hatte ich davon aber nicht viel  mitbekommen. Ich frühstückte im Zelt, weil es nach wie vor tröpfelte, um 10:00 Uhr klarte es aber zeitweise etwas auf, so dass ich in die Stadt lief.

Nun mal ein wenig zur Geschichte des Ortes:

Wer sich mit dem Thema Camino Frances auseinandersetzt, der hat meistens ein Foto im Auge. Es zeigt die alte Brücke über die Nive de Béhérobie, links mit dem Turm der Kirche und auf dem Berg im Hintergrund die Zitadelle zu sehen. Saint-Jean-Pied-du-Port ist wahrlich ein historischer Ort! Wie viele Millionen Pilger hatte den Startort des Camino Frances wohl schon besucht?

Die Altstadt beiderseits des Flusses ist auch heute noch von einer Mauer umgeben. Wer sich der Stadt von Norden nähert, betritt sie durch das Jakobus-Tor (Porte Saint-Jacqques). Innerhalb der Stadtmauern folgt der Pilger in der Regel dann der Rue de la Citadelle, die von Häusern gesäumt wird, die teilweise aus dem 16. Jahrhundert stammen. Die alten Häuser sind aus grauem und rosa Sandstein gebaut. Steil führt die Straße hinab zur Kirche und zum Porte Notre Dame, durch die man auf die Brücke über den Fluss Nive läuft. Blickt man von der Brücke aus nach rechts oder links, fallen sofort die mittelalterlichen Häuser auf, deren Holzbalkone bis über den Fluss ragen.

Dort auf der Brücke stehend sollte man sich im Klaren sein, dass man vielleicht nicht in einem Reiseführer erscheint, auf jeden Fall aber Bestandteil mehrerer heimischer Fotosammlungen wird. Es wimmelt dort nur so von Fotografen, die alle ein Brückenfoto mit nach Hause nehmen wollen.

Um die  Mittagszeit herum lief ich zur Zitadelle hoch. Sie wurde von dem bekannten Baumeister Vauban erbaut und ist ziemlich groß. Von dort hat man auch eine schöne Sicht auf die umliegenden Häuser des Ortes und in die Umgebung.

Nach dem Mittag lief ich dann mit Dieter Rohr, den ich zwischendurch traf, noch ein wenig durch die Gassen. Wir schauten uns das Pilgerbüro und das alte Gefängnis an, tranken in einer Bar einen Cafe und hatten immer reichliche Unterhaltung. Dieter hatte einige Jahre in Ecuador gelebt, sprach sehr gut spanisch und französisch und war einfach ein netter Mensch. Auf seiner ersten langen Radreise von Basel aus, wollte er sich Zeit lassen und mindestens noch einen Tag mehr in Saint-Jean-Pied-du-Port verbleiben. Für mich würde es also einen Tag später alleine zum Ibanetapass hinaufgehen. 

Am späten Nachmittag wurde das Wetter noch etwas besser. Vom Ort hatte ich bereits genug gesehen, also wurde ein wenig Fahrrad geputzt. Nach drei Wochen hatte sich da Einiges an Dreck angesammelt und mal die Bremsbelege vor der Überquerung der Pyrenäen zu kontrollieren machte auch Sinn.