Als einziger Fahrgast auf der Fähre in Thyboren

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 02.07.2015  91  1.361  294  2.489  Hanstholm Camping

 

Mit Blick auf die geplanten mehr als 100 km war ich an dem Tag früh gestartet, schon um 07:00 Uhr saß ich auf dem Rad. Auf dieser Tour hatte mir bereits sehr gefallen immer relativ früh am Zielort zu sein. So blieb genügend Zeit ein wenig zu relaxen, die Einkäufe zu tätigen und natürlich diese Zeilen zu schreiben.

Auf einem schmalen Radweg führte mein Weg über gut 12 km nach Thyborn zum Fähranleger. Dort müsste ich einmal für einen kurzen Abschnitt die Fähre nutzen, bevor es weiter gehen konnte. Auf dem Weg dorthin kam ich an einer Schwanenfamilie vorbei, die mich neugierig betrachteten, von mir aber ansonsten wenig Notiz nahmen. 

Als ich mit meinem Gespann den Fähranleger erreichte, wurde ich zunächst ein wenig nervös. Kein Auto oder sonstiger Fahrgast war zu sehen und eine Fähre sah ich auf dem Wasser auch nicht. Es dauerte aber nur wenige Minuten, bis ich sie auf den Hafen in Thyboren zukommen sah. Und so kam es, dass ich an dem Morgen um ca. 08:00 Uhr mit meinem Rad und Hänger der einziger Fahrgast war. Die Überfahrt dauerte nicht lang, so dass ich bereits nach 20 Minuten auf der anderen Seite stand.

Auf der anderen Seite beginnt der Nationalpark Thy, durch den ich an dem Tag noch viele Kilometer radelte. Bevor es wieder durch ausgedehnte Nadelwälder ging hatte ich eine ca. 10 km lange Gerade zu bewältigen, die mich bis in den Ort Agger führte. Der Wind kam überwiegend von der Seite, mit einer kleinen Schiebehilfe für mich.

Danach führte meine Route durch abwechslungsreiches Terrain, mal war ich im Nadelwald, mal sah es aus bei uns zu Hause im Münsterland aus. Am Ortsausgang von Stenbjerg kam mir eine Radlerin mit Gepäck entgegen, die auf dem relativ leichten Anstieg ihr Rad schob. Ich grüsste kurz, fuhr aber weiter, weil ich auf der leichten Gefällstrecke ein gutes Tempo gewonnen hatte.

Wenige Kilometer vor Klitmoeller fiel mir auf, dass mein Track fehlerhaft war. Der Track führte in einem östlichen Bogen nach Klitmoeller, während die Ausschilderung am Straßenrand einen kürzeren Weg vorsah. Mir kam es aufgrund der Hitze entgegen, mein Tagespensum etwas zu kürzen, aus dem Grund fiel die Entscheidung nicht schwer.

In Klitmoeller zog es mich an einen besonderen Ort, den Wegpunkt hatte ich mir schon zu Hause in mein Gerät gespeichert. Also in Klimoeller gab es eine Sommerhausvermietung, deren Eigentümer ich mit meiner Frau vor zwei Jahren auf Lanzarote kennengelernt hatte. Schon damals hatte ich Bendt erklärt, dasss wenn ich mal mit dem Rad in Richtung Norden unterwegs wäre, ich plötzlich bei ihm in der Sommerhausvermietung stehen würde. Einfach mal Guten Tag sagen war aber leider nicht möglich, weil die Ferienhausvermietung geschlossen hatte. Einen Versuch war es wert gewesen, lange hätte ich mich aufgrund des Tagesprogramms in Klitmoeller ohnehin nicht aufhalten können.

Bei der Ankunft in Hastholm musste ich feststellen, das die Stadt nicht viel hergab. Ein großer Industriehafen, Wohngegenden, wie es sie überall in Dänemark gibt, nichts besonderes halt.

Der Campingplatz liegt etwas östlich von Hanstholm. Bei meiner Ankunft nach 91 km war ich froh am Ziel zu sein. Die Sonne strahlte gnadenlos vom Himmel, aber wollten wir nicht genau das?. Vor wenigen Tagen hatten wir noch über jeden herannahenden Schauer gemeckert, der blaue Himmel kam schon genau richtig.