Erste Kilometer auf bekanntem Terrain      

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 18.06.2015  121 +2  123  380  380  Camping Dörenther Klippen

 

Am ersten Tag stand mit den geplanten 116 km bereits die längste Tagesetappe auf dem Programm. Ein Grund mit früh zu starten, um ohne Zeitstress bis kurz vor Ibbenbüren zu radeln. Mein Tagesziel war der Campingplatz Dörenther Klippen, der wenige Kilometer vor Ibbenbüren liegt. Um 07:20 Uhr dann die herzliche Verabschiedung von der Familie, ein letztes Abschiedsfoto mit vollem Gespann noch vor der eigenen Haustür und schon ging es los. Zunächst über Haltern, bis hinter Seppenrade würde ich noch auf bekanntem Rennradterrain unterwegs sein, kurz vor Lüdinghausen ging es dann in Richtung Norden auf den Dortmund/Emskanal Radweg.

Welche Gefühle einen auf den ersten Kilometern so begleiten ist schwer zu beschreiben. Etwas wehmütig ist man schon, weil man die Familie nun 30 Tage nicht sieht, gleichzeitig ist man aber auch neugierig auf die Tour. Wird es Schwierigkeiten geben, werde ich von Pannen wie im letzten Jahr in Südschottland (Freilaufkörper) verschont bleiben? Alles Gedanken, die einen beim Start durch den Kopf gehen, ohne zu wissen, wie es wirklich wird. 

Neugierig auf den Dortmund/Ems-Kanal Radweg, den ich noch nicht befahren hatte, trat ich beherzt in die Pedale, um die ersten Kilometer zu absolvieren. In dem kleinen Ort Lippramsdorf gab es nach 18 km bereits die erste kurze Pause. Nicht, das ich schon eine nötig hatte, es gab einen anderen Grund. Das Cafe Sander war ein beliebter Punkt meiner häufigen Rennradtouren und dort hatte ich von meiner Tour erzählt. Ich wollte mich für die nächsten 6 Wochen verabschieden, denn vorher würde man mich dort nicht wiedersehen.

Zunächst kam ich sehr zügig voran, bereits um kurz nach 09:00 Uhr erreichte ich die Brücke über den Dormund-Emskanal kurz hinter Seppenrade. Der Kanalweg zwischen Lüdinghausen und Senden zeigte sich als reinste Katastrophe, ständig stand ich vor Barrieren, welche den Beginn einer Baustelle anzeigten. Die Wegen waren teilweise von den Baustellenfahrzeugen matschig, einige male musste ich die Baustellen ohne Umleitungsausschilderung mit Hilfe des GPS umfahren. Viele Highlights gab es am Kanal entlang nicht, Radler traf ich so gut wie keinen, ein paar Spaziergänger, ansonsten hatte ich meine Ruhe.

Die große Schleuse im Nordosten von Münster war noch ein paar Fotos wert, ansonsten kurbelte ich bis nach Ibbenbüren durch. Einen kleinen Schrecken gab es unterwegs noch, weil ich mich nichts ahnend in der Einflugschneise vom Flughafen Münster/Osnabrück befand. Über meinem Kopf, keine 50 m entfernt landete gerade ein Airbus 319 oder 320, fast hätte ich mich auf den Boden gelegt.

Bis zum Campingplatz Dörenther Klippen kamen insgesamt 121 km zusammen, ein wenig mehr als geplant, weil ich die Baustellen im Bereich zwischen Lüdinghausen und Senden großräumig umfahren musste.

Eine nette Unterhaltung hatte ich an dem Spätnachmittag auf dem Campingplatz noch mit zwei Brüdern, die einen Teil der Münsterlandroute mit den Rädern befuhren. Sie waren die einzigen Zeltnachbarn auf dem kleinen Rasenstück direkt beim Grill und ungefähr so alt wie unsere Kinder.

Der kurze Ausflug zum "Hockenden Weib" in den Dörinther Klippen misslang ein wenig, weil ich versuchte mit dem Rad dorthin zu gelangen. Um die richtige Perspektive zu bekommen musste man aber auf schmalen Pfaden klettern, was mit meinem Rad nicht möglich war. So erklärt sich auf den letzten Fotos die nicht richtige Perspektive auf die Felsgruppe.