Start am Genfer See

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
24.07.1998 36 34 100 100 TCS Camping Les Neuvilles

 

Endlich war es soweit. Freitag Nachmittag der 24.07.98. Der übliche Radcheck, Gepäckverladung, ein Blick in die Wetternachrichten, nochmalige Kontrolle der Befestigungen am Autodach und eine etwas unruhige, aufgeregte Nacht bis zum Start.

Um ca. 05:00 Uhr Verabschiedung von der Familie, ein Blick in unsere etwas ungläubig dreinschauenden Gesichter. Wir konnten es kaum glauben, es ging tatsächlich los. Die 790 km Anfahrt bis le Bouveret bei Villeneuve am Genfer See verlief problemlos, das Wetter relativ stabil, so erreichten wir nach 8 1/2 Std. unseren Startort, den unmittelbar am Genfer See gelegenen Campingplatz “Rive Bleue”.

Schon eine Stunde später waren die Fahrräder beladen und so machten wir uns um 14:30 Uhr auf den Weg durch das Rhonetal in Richtung Martigny. Die Strecke bis Martigny, relativ flach gehalten, vorbei an einer Raffinerie (auf der Höhe von Monthey), fast immer direkt an der Rhone entlang. Von winzigen Steigungen einmal abgesehen, für einen Nachmittag ein recht geeignetes Stück zum “Einrollen”. Schon nach wenigen Kilometern erreichten wir den Ort St. Maurice. St. Maurice verdankt seine Gründung den Kelten. Der Name stammt vom heiligen Mauritius, der hier um 300 unserer Zeitrechnung den Märtyrertod gestorben sein soll. Ein kleiner Ort mit ca. 4000 Einwohnern und einem Augustinerkloster mit reichen Kirchenschatz. Erste unsichere Gedanken machen sich breit. Morgen wird es sich zeigen, ob wir genügend Trainingskilometer in den Beinen haben oder nicht. Fast 2000 Höhenmeter jeden Tag, mit 30kg Gepäck, eigentlich Wahnsinn und doch wieder faszinierend. St. Maurice verlassen wir nach einer langsamen Ortsdurchfahrt relativ schnell. Wir streben unserem Tagesziel entgegen, dem Ort Martigny. Über Evionnaz und Dorenaz nähern wir uns der Stadt von Norden her. Das letzte Stück führt zwischen Apfelbaumplantagen hindurch. Es duftet nach Obst. Wir überqueren die Autobahn und halten Ausschau nach Hinweisschildern, die uns helfen den Campingplatz zu finden.

Martigny diente den Römern unter dem Namen Octoderus bereits als befestigtes Lager, um den Übergang zum Gr. St.Bernhard zu schützen. Ob Hannibal bei seinem Zug nach Rom diesen Alpenübergang gewählt hat, gilt bis heute unter Historikern noch als umstritten. Diese Lage sorgt heute natürlich für beträchtliches Verkehrsaufkommen. Der Campingplatz “Les Neuvilles” liegt südöstlich des Ortes fast unmittelbar an der Straße zum Gr. St. Bernhard, er ist schnell gefunden.
Den Abend verbringen wir in einem Restaurant an einer Platanenallee in der Stadtmitte. Wir haben Glück, während unseres Abendessens haben wir Musikbegleitung. Bekannte Musikstücke versüßen uns die Ohren, wir haben eine super Laune. So könnte es jeden Abend sein.