Über den Col d´Izoard durch die Casse Deserte

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
06.07.2002 38 420 1.300 11.100 Camping

 

Morgens hörten wir das von der Zeltwand verstärkte Geräusch, es regnete. Nicht sehr stark, aber der Himmel verriet nichts Gutes. Das Restaurant hatte morgens noch nicht geöffnet, so dass wir auf dem Platz nicht frühstücken konnten. Also machten wir uns auf direkt nach Chantemerle hineinzufahren. Dort hatten wir ebenfalls kein Glück, vielleicht waren wir aber nur zu früh unterwegs. In Briancon klappte es dann. Der Barbesitzer stand draußen vor der Tür, als wenn er auf uns wartete. Das Frühstück war gesichert. Als wir weiterfahren wollten und zur Tür hinausschauten regnete es in Strömen. Wir waren also genötigt dort noch etwas zu verbleiben. Eine halbe Stunden später entschlossen wir uns zum Aufbruch. Am Ausgang von Briancon sahen wir hoch oben am Berg das Chateau. Das Wetter wurde etwas besser, damit natürlich auch unsere Stimmung. Es sollte aber doch noch schlimmer kommen. Wir fuhren zunächst weiter bis Cervieres bis zu dem hölzernen Brunnen, aus dem wir bereits 1998 unsere Wasserflaschen füllten.

Etwas weiter in Le Laus, einem kleinen Ort gibt es eine Bar/Restauration. Als wir diese betraten, hatten wir den Eindruck zu stören. Die gesamte Familie saß gemeinsam beim Mittagessen. Wir bedrängten sie nicht, wurden aber trotzdem kurze Zeit später bedient. Kaum waren wir wieder unterwegs, regnete es wieder stärker. Wir mussten die Regenkleidung anziehen, die wir bis zum Refugium Napoleon kurz vor der Passhöhe auch nicht mehr ausziehen konnten. Als wir ankamen, hörte es urplötzlich auf zu schütten. Im Refugium war es sehr warm. Sehr viele Menschen hielten sich dort auf und hatten bereits fast jede Stelle mit Kleidung behangen, die etwas Trocknung für die nasse Kleidung versprach. Nach einer halben Stunde Aufenthalt im Warmen schien draußen wieder die Sonne. Da wir trockene Sachen bereits ohnehin angezogen hatten, gingen wir nach draußen. Kurz entschlossen packten wir unseren Kocher aus, es war „Griesklöschenzeit“. Während wir den Kocher zusammenbauten, wurden wir von drei Rennradfahrern im Refugium beobachtet. Sie hatten uns beim Anstieg überholt und sichtlich ihren Spaß an unserem tun. Wir kamen noch mit einer Wanderergruppe in ein Gespräch, die in der Nähe mehrere Tagestouren unternahmen. Wie so häufig, war der Gesprächsauslöser das Interesse an unseren Rädern und unserer Tour.

Die letzten paar Kehren bis zur Passhöhe hinauf hielten wir noch mehrmals an, um das unter uns liegende Refugium Napoleon zu fotografieren. Oben auf der Passhöhe herrschte ein ziemlicher Trubel. Das Tour de France Museum hatte wie schon im Jahr 1998 geschlossen. Wir fragten uns, wann es mal geöffnet war. Die vielen Motorräder auf der Passhöhe waren etwas nervig. Kurz bevor wir die Passhöhe verlassen wollten, kam uns ein Radfahrer mit einem Koga Miyata World Traveller entgegen. Der Radler Bob, kam aus dem Elsass und war bereits den ganzen Juni alleine mit dem Rad unterwegs gewesen, u.a. durch die Pyrenäen. Auf der Abfahrt hielten wir uns einige Zeit in der Casse Deserte auf um viele Fotos zu machen. Die von Wind und Wetter erodierten Felsnadeln in der Wüstenregion hinterließen bei uns wieder einen immensen Eindruck.  Hinter der letzten Kehrengruppe geht es rechts ab zum Campingplatz „Le Planet“. Er liegt in einem Talkessel, besitzt einen schönen Badesee und nur eine winzige Holzhütte als Rezeption. Der Mann der uns empfing war derselbe, wie 1998. Er besaß nur keinen Bart mehr. Am späten Nachmittag hatten wir noch genügend Zeit im See zu schwimmen und  in der Sonne zu baden.