Am Gorges du Verdon entlang nach Moustier St. Marie

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
10.07.2002 68 685 1.100 15.200 Camping

 

Mit der nachts getroffenen Vermutung lagen wir goldrichtig. Als wir den Reißverschluss des Zeltes aufzogen, reichte der erste Blick um zu erkennen, dass es keine Wolke am Himmel gab. Wir saßen beim „Petit de Jeune“ (kleinem Frühstück) hatten Kaffee und Orangensaft und ließen es uns gut gehen. Die Stimmung war gut, versprach doch der Tag einige spektakuläre Ausblicke.

Das erste Stück am Verdon entlang ist noch relativ flach. Nur mäßige kleine Anstiege, die Straße führt quasi direkt am Fluss entlang. Rechts von uns steile Felsen. An der Pont de Soleil fuhren wir nicht weiter in Richtung Trigance, sondern rechts ab in Richtung La Palud. Bis La Palud fordern uns mehrere Anstiege schon gewaltig. Kurz vor La Palud befindet sich der Straßenabzweig zur Route du Crete. Es handelt sich um den spektakulärsten Teil der Straßenführung auf der Nordseite der Verdonschlucht. Die Schleife besitzt einen Anstieg bis auf eine Höhe von 1360 m um anschließend mitten in La Palud zu enden. Anfang und Ende der Schleife liegen somit nur 2 km auseinander.

Auch diesen Anstieg meisterten wir mit Bravour. Warum auch nicht, wir hatten doch inzwischen komplett die Hochalpen überquert. Die Route du Crete ist schon spektakulär, steil über mehrere 100 Meter abfallende Felswände, tief unten der Fluss. Immer wieder tolle Ausblicke in die Schlucht. Auf der anderen Seite der Schlucht ist die südliche Straßenführung zu erkennen. An einer Aussichtstelle sahen wir mehrere Ziegen. Eines unserer Baquettes welches hinten aus der Tasche ragte, hatte keine Chance. Ehe wir eingreifen konnten, hatte es sich eine Ziege bereits geschnappt. Unterhalb von La Palud gibt es eine Wiese mit Bänken. Dort stärkten wir uns erst einmal, bevor es weiterging in Richtung Lac de St.Croix. La Palud liegt ca. 900 m hoch, wir mussten noch einmal durch Lavendelfelder hindurch ca. 150 m hinauf. Danach konnten wir hinuntersausen bis zum Lac de St.Croix. Der riesige Stausee liegt am Ende der Verdonschlucht. Von oben bereits zu sehen, glitzerte er in der Sonne. Unter der Geletas-Brücke fuhren Tretboote in die Schlucht hinein. Die von uns befahrene Straße mündet in die Straße, die von der Geletas-Brücke aus nach Moustier führt. Direkt gegenüber der Einmündung befindet sich der Campingplatz, den wir auch direkt ansteuerten.

Ohne Gepäck fuhren wir am späten Nachmittag die 3 km in den Ort hinauf. Kein gewaltiger Anstieg, aber ins schwitzen kamen wir doch noch. Am Ortseingang liegt das Hotel Belvedere. Wir setzten uns draußen erst einmal hin und schlürften ein kleines Bier. Wir fanden, wir hatten es verdient. Mit Blick auf den Ort schrieb ich einige Zeilen in mein Tagebuch. Später saßen wir auf dem kleinen Platz in der etwas höher liegenden Innenstadt oberhalb der alten Kirche und beobachteten die Menschen die um uns herum durch den Ort bummelten. Noch im April war ich mit der Familie im Ort gewesen. Damals hatte die Sonne auch geschienen, trotzdem hatte sich der Ort stark verändert. Das Farbenspiel zwischen den vielen Blumen, den Mauern und den gestrichenen Blendläden war schon toll. Faszinierend auch die alte Waschstelle an der Brücke über der man die Schluchtseite wechseln kann. Nicht zu vergessen hoch oben zwischen den Felsen der Stern, das Wahrzeichen Moustiers. Den Abend verbrachten wir im Campingplatzrestaurant. Während Burkhardt Karten schrieb, aktualisierte ich unsere Tour-Statistik. Wir hatten die 15000 Tour Höhenmeter überschritten.