Vorbemerkung

Zeitraum

 Σ Distanz

 Σ Höhenmeter

Track

 30.07.2005 - 04.08.2005

353 km

 500 Hm

 

„Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.“ Mit diesem bekannten Spruch möchte ich den Bericht unserer Radtour durch die östlichen Niederlande beginnen, denn zutreffender könnte er kaum sein. Keine 55 km von unserem Wohnort entfernt, liegt in nordwestlicher Richtung unser Startort Anholt. Das kleine Dörfchen, im Wesentlichen bekannt durch das am Ortsrand gelegene Schloss hatten wir als Startort gewählt, weil es sich nahe der niederländischen Grenze befindet. Im Ort bestand die Möglichkeit unseren PKW auf einem öffentlichen Parkplatz abzustellen und die niederländische Grenze war in wenigen Kilometern erreichbar. Meiner Frau und mir standen 6 Radtage zur Verfügung und wir wollten den größten Teil unserer Tour auf unbekanntem Terrain durch die Niederlande radeln.

  

km,


  


 

 Von Anholt über Doetinchem nach Doesburg an die Ijssel

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
30.07.2005 43 43 50 50 Camping Doesburg (Ijssel)

 

Am 30.07.2005  erreichten wir mittags mit dem PKW Anholt, bepackten die Räder und starteten in Richtung niederländischer Grenze. Von der noch vor einigen Jahren in Gendringen  vorhandenen Grenzkontrollstelle war nichts mehr zu sehen. Den Grenzübergang nahmen wir nur durch die veränderte Bauweise der Häuser wahr. Kleine schmale Häuser mit zierlichen blumengeschmückten Vorgärten säumten unseren Weg. Die Wettervorhersage sah für die nächsten Tage nicht so rosig aus, aber bei unserem Start regnete es schon mal nicht. Sollte das Wetter so bleiben, konnten wir zufrieden sein. Bereits vor Doetinchem radelten wir an der Oude Ijssel entlang, die wir im Ort auf einer der für die Niederlande typischen Hebebrücken überquerten. Das Ortszentrum liegt auf der anderen Seite der Oude Ijssel und einen ersten Kaffee wollten wir uns gönnen.

Wieder über die Hebebrücke zurück führte unser Weg vor dem Sportpark rechts abgebogen weiter an der Ijssel entlang. 800 m mussten wir auf einem Radweg an der N813 entlang radeln, danach verlief unser Weg wieder durch Wiesen hindurch bis zu einer weiteren kleinen Hebebrücke. Doesburg erreichten wir bereits am frühen Nachmittag. Der Ort besitzt eine ruhige Fußgängerzone und als Hauptattraktionen das alte Stadthaus (Stadhuis), die alte Stadtwaage (de Waag) und die Martinskirche (Martinikerk).

Die ersten historischen Hinweise auf Doesburg stammen aus dem 11. Jahrhundert.  Die Gegend muss damals ziemlich sumpfig gewesen sein, denn daran erinnert noch der Name.  „Does“ bedeutet soviel wie morastiges, sumpfiges Gelände, während „Borg“ auf Burg oder Berg hindeuten. Bereits im Jahr 1237 erhielt Doesburg Stadtrechte. Durch den Zusammenfluss von Ijssel und Oude Ijssel für damalige Verhältnisse sehr günstig gelegen, entwickelte sich der Ort zu einer befestigten Handelniederlassung mit vier mächtigen Stadttoren. Im Jahr 1447 schloss sich Doesburg dem Hansebund an. Als Hansestadt spielte der Handel mit Salz eine sehr große Rolle. Das Stadttor „Saltpoort“ durch das das Salz aus dem Süden gelangte, verdankt diesem Handelszweig seinem Namen. Durch die Folgen des 80 jährigen Krieges (1568-1648) und der französischen Besatzung verfiel die Hansestadt zum unbedeutenden Markplatz. Doesburg war in lange Zeit eine sehr arme Stadt. Eine Folge davon war, dass es kaum Investitionen gab und gerade deshalb viele alte Bauwerke erhalten blieben.  Ein Teil der Gebäude stammt sogar noch aus dem Mittelalter.

Wir verließen Doesburg durch den im Norden des Ortes gelegenen Stadtpark, unterquerten die N317 und radelten auf dem Deich an einem Nebenarm der Ijssel (Het zwaarte Schaar) entlang zum Campingplatz an der Eekstraat. Der Campingplatz besitzt einen Bootshafen und ein Restaurant in dem wir den Abend ausklingen ließen. Den Spätnachmittag verbrachten wir nach dem Zeltaufbau noch in Doesburg. Vom Campingplatz aus waren nur ca. 3 km bis ins Ortzentrum zu radeln und Zeit hatten wir ohnehin noch genug um ein wenig durch den Ort zu schlendern.

 

 

 

 


 

 Die Ijssel entlang über Zutphen nach Deventer

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
31.07.2005 51 94 50 100 Hotel in Deventer

 

Am Abend zuvor war es vor unserem Zelt etwas kühl gewesen und wir waren zum Aufwärmen ins Restaurant gegangen. Die Sonne schien noch lange und spiegelte sich auf der Wasserfläche im Bootshafen. In der Nacht zogen leider Regenwolken auf und wir waren morgens schon froh gewesen, unser Zelt noch trocken abbauen zu können. Mit der Abfahrt verschlechterte sich das Wetter zunehmend. Nieselregen setzte ein, so dass wir uns bereits nach 2 km an einem Bauernhof unter einen Baum stellten. Die Stimmung sank auf den Nullpunkt. Der Baum gab natürlich nur zeitlich begrenzten Schutz und hochsommerliche Temperaturen bot der Tag auch nicht. Irgendwann radelten wir einfach im Regen weiter, um uns wenigstens etwas warm zu treten und um eine bessere Unterstellmöglichkeit zu suchen. Wir hatten Glück, einige Kilometer weiter gab es im kleinen Ort Steenderen das Cafe „De Engel“. Wir fanden „der Engel kam wie gerufen“, denn der anfängliche Nieselregen hatte sich zu einem „Sturzbach“ entwickelt. Klatschnass betraten wir das Cafe mit dem gemütlichen Ambiente. Glücklicherweise hatten wir unsere Schuhe mit Schuhüberziehern einigermaßen schützen können. Die Regenjacken und Regenhosen konnten wir im Cafe an verschiedenen Stellen aufhängen und ein wenig trocknen.

Der warme Kaffee tat gut, die regelmäßigen Blicke nach Draußen weniger! Eine Stunde saßen wir schon im Cafe „De Engel“ und der Regen hatte noch immer nicht nachgelassen. Fragen kamen auf! Würden wir unser Tagesziel Deventer überhaupt erreichen können? Der Ort Zutphen lag auf halber Strecke und besaß sicherlich eine Unterkunftsmöglichkeit! Unsere Planung wäre damit aber durcheinander gebracht. Solche Gedankenspiele entwickelten sich. Es kam aber besser als erwartet. Nach knapp zwei Stunden Aufenthalt im Cafe veränderte sich die Wetterlage etwas und wir wagten es in der nassen Kälte zur nächsten Fähre zu radeln. Die Fähre brachte uns über die Ijssel an den südöstlichen Ortsrand des kleinen Ortes Brummen.

Brummen durchradelten wir ohne ein Foto zu machen, wir wollten aufgrund des Wetters einfach nur weiter, um in den größeren Ort Zutphen zu gelangen. In Zutphen wurde das Wetter besser, es blieb zwar bewölkt, aber es tröpfelte nur noch. Unser Glück, denn so entschieden wir, weiterhin unserer Tagesplanung zu folgen und nicht in Zutphen zu übernachten. Das Stadtzentrum von Zutphen wirkte aufgrund des vorherigen langen Unwetters fast wie ausgestorben. Für Sehenswürdigkeiten hatten wir nicht mehr viel Sinn, obwohl die nachfolgenden Fotos zeigen, das der Ortskern einiges zu bieten hat.

Am Nachmittag stieg unsere Stimmung merklich. Die Regenjacken waren vom Wind einigermaßen trocken geblasen und vom Himmel fielen keine weiteren Tropfen mehr. Über den langen Rijksstraatweg erreichten wir nach 52 Tageskilometern Deventer, unseren Zielort.

An eine Übernachtung auf dem nassen Boden eines Campingplatzes verschwendeten wir keine Gedanken mehr. Wir suchten uns in der Mitte des Ortes ein kleines Hotel und freuten uns schon auf ein Abendessen in einem gemütlichen Restaurant. Schon bei der Suche nach einem preislich akzeptablen Hotel war uns aufgefallen, dass der Innenstadtbereich Deventers einige historische Gebäude besitzt. Nachfolgend mal ein paar Fotos!

 

  

 


 

 Die "t kleine Veer" nach Hattem 

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
01.08.2005 62 156 50 100 Camping in Zwolle

 

Es gab ihn noch, den blauen Himmel, zumindest stellenweise! Wir waren um etwa 09:30 Uhr zurück über die Wilhelminabrücke (Wilhelminabrug) auf die westliche Seite der Ijssel geradelt und anschließend auf den Ijsseldeich (Ijsseldijk) nach Norden geschwenkt. Eine wunderschöne Deichlandschaft erwartete uns dort. Einzelne Schiffe tuckerten in gemächlichem Tempo die Ijssel flussabwärts und begleiteten uns. Der Ijsseldeich war zwar für den PKW-Verkehr freigegeben, von Auto-Verkehr konnte an dem Morgen aber keine Rede sein. Wie so häufig in den Niederlanden, hatten die Straßenbaumeister einen großen Teil der Fahrbahn links und rechts mit roter Farbe markiert und als Radweg ausgewiesen.

Wunderschön ruhig war es auf der ganzen Strecke bis zur nächsten Fähranlegestelle in Höhe des Ortes Olst-Wijhe. Wir fühlten uns gut und hofften, dass das Wetter hielt. Der kleine Ort Olst-Wijhe befindet sich auf der anderen Ijsselseite und ist nur mit einer Fähre erreichbar. Olst-Wijhe ist sehr klein und besitzt im Zentrum eine schmale lange Einkaufsstraße mit dem Namen „Kornet van Limburg Stirumstraat“. An ihr befinden sich die wesentlichen kleinen Geschäfte des Ortes und ein blumengeschmücktes Kaffee. Wir fanden draußen vor dem Cafe ein gemütliches Plätzchen, genossen den Capuccino und freuten uns über die morgendlichen Sonnenstrahlen. So konnte die Wetterlage bleiben.

20 km weiter nördlich auf der östlichen Seite der Ijssel befanden wir uns bereits am südlichsten Ortsrand von Zwolle. Wir radelten aber noch nicht nach Zwolle hinein und hangelten uns westlich vom Ort auf schmalen Wegen an der Ijssel entlang. In den Ijsselauen gibt es noch einen kleinen schmalen Bootsanlegesteg der unser Interesse weckte. Von dort brachte uns eine kleine Fähre (´t kleine Veer) direkt an den Ortsrand von Hattem. Hattem besitzt einen schönen alten Stadtkern, den wir uns auf keinen Fall entgehen lassen wollten. Der Ort musste früher, als die Ijssel noch als Haupttransportweg genutzt wurde, eine große Bedeutung besessen haben.

Zurück über die Ijssel nutzten wir dieselbe kleine Fährverbindung und radelten durch den Stadtpark von Zwolle („Het Engelse Werk“) dem Ortszentrum entgegen. Der von uns als Ziel eingeplante Campingplatz befindet sich 3-4 km in nordöstlicher Richtung außerhalb des Ortes. Deshalb schauten wir uns das Ortszentrum bereits bei der Durchfahrt etwas näher an. Am Abend wollten wir nicht mehr in die Stadt radeln und auf dem Campingplatz verbleiben. Der alte Ortkern von Zwolle ist vollständig von einer Gracht umgeben. Zwolle besitzt was seine historische Entwicklung anbelangt, eine ähnliche Geschichte wie die anderen an der Ijssel liegenden Städte.

Eine lustige Geschichte gibt es über die Zwoller Bürger. Die Einwohner Zwolles werden auch Blaufinger (Blauwvingers) genannt. Im Mittelalter gab es eine starke Rivalität zwischen den Nachbarstädten Zwolle und Kampen. Man machte sich das Leben schwer: Händler aus Zwolle wurden ausgeraubt und das Vieh der Kamper Bauern gestohlen. Die Zwoller hatten einen Schimpfnamen für die Bürger aus Kampen. Er lautete Kamper Störe (Kampersteure). Diese Fischart kam damals noch in der Ijssel vor. Bis dahin gab es für die Zwoller Bürger noch keinen Schimpfnamen. Der entstand erst, als das Glockenspiel der Kirche in Kampen zerstört wurde und die Zwoller den Kamper Leuten ein Glockenspiel zum Kauf anboten. Die Kamper waren mit dem Preis einverstanden, machten aber zur Bedingung, dass sie die Art und Weise der Bezahlung selber wählen durften. So kam es, dass eines Tages ein Wagen (vierduitenstukken) mit Geldstücke sehr geringen Wertes vor die Stadtmauern Zwolles rollte. Die Zwoller Bürger bekamen beim Auszählen der vielen Münzen blaue Finger, daher wurde „Blauwvingers“ zum Schimpfnamen der Zwoller. Heute gibt es in Erinnerung daran an einem Mittwoch im Juli die Blaufingertage. Dann gibt es eine Markt und anderes Unterhaltungspramm in der Stadt.

Unseren Übernachtungsplatz hatten wir schnell gefunden. Im Ort war er gut ausgeschildert und nach der Unterquerung der Autobahn A28 war es nur noch ein kurzes Wegstück am Sportpark „De Pelikaan“ entlang bis zur „Overijsselschen Vecht“. Den Abend verbrachten wir in der Umgebung des Campingplatzes. Das Restaurant war recht hübsch anzusehen, in Erinnerung geblieben sind uns allerdings die recht hohen Preise.

 

  

 

 


 

 Von Zwolle über Kampen am Veluwemeer entlang nach Harderwijk

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
02.08.2005 79 235 50 200 Camping in Harderwijk

 

Bis in den Ortskern von Zwolle zurück nutzten wir denselben Weg, den wir am Spätnachmittag tags zuvor zum Campingplatz geradelt waren. Wir hielten uns in der Innnestadt nur noch kurz auf und verließen den am Morgen noch ruhigen Ort über den Spoolderbergweg auf die westliche Ijsselseite. Bis Kampen führte unsere weitere geplante Radstrecke an der westlichen Flussseite entlang. Nach ungefähr 6 km hinter Zwolle gibt es im kleinen Ort Zalk ein Cafe (Cafe-eethuis) mit dem Namen „De Oase“. Für ein zweites Frühstück oder einen Cafe ideal gelegen. Wie man sieht, waren wir nicht die Einzigen, die ihre Räder vor dem Cafe abstellten. Der Ort schien ein morgendlicher Treffpunkt für Einheimische zu sein. Selbstverständlich wurde dazu das Fahrrad benutzt.

Bis Kampen war es dann nicht mehr weit. Der nördlichste Punkt unserer Tour liegt etwas östlich der Ijsselmündung. Unsere weitere Planung sah ab hier einen Schwenk nach Süden vor, dem wir am Nachmittag auch folgten. Zunächst radelten wir aber erst einmal in den Ortskern von Kampen hinein um uns die Innenstadt näher anzusehen.

Nachstehend einige Sehenswürdigkeiten in Kampen:

-Bovenkerk

-Koornmarkt

-Raadhuis Schepenzahl

-De Nieuwe Tooren

-Kamper Tabakmuseum

-Nieuwe Markt

-Broederkerk

-Broederport

Am Drontermeer und Veluwemeer entlang war es wunderschön zu radeln. Wir durchquerten die Ort Elburg und Nunspeet und bewegten uns so immer weiter in Richtung Harderwijk, unserem Tagesziel. Leider haben wir auf diesem Streckenabschnitt kein Foto gemacht. Von Elburg in Erinnerung blieben uns noch die Sint Nikolaaskerk, das Gemeentemuseum und das historische Orgelmuseum. Wir betrachteten aber alles nur von Außen und liefen in Ruhe durch die mittelalterlich aussehenden kleinen Gassen.

Der von uns gewählte Campingplatz in Harderwijk liegt etwa 6 km vor dem Ort fast direkt an der Autobahn A28. Wohl war uns bei der Planung nicht, diesen Platz als Übernachtungsort zu wählen. Wir vermuteten aufgrund der Autobahnnähe eine ziemliche Geräuschkulisse, wunderten uns dann aber doch, dass es auf dem Platz am Abend sehr ruhig war. Das Zelt bei durchgängig blauem Himmel aufzubauen machte schon mehr Spaß als in den Tagen zuvor. Fast vergessen war der zweite Regentag bei dem wir die Tour aufgrund der nasskalten Wetterlage fast abgebrochen hätten. Bei Sonnenschein radelten wir am Hafen von Harderwijk entlang, beschauten uns einige Schiffe und schwenkten dann in Richtung Innenstadt.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Harderwijk:

-Delphinarium (Dolfinarium Harderwijk

-Liebfrauenkirche

-Heimatmuseum (Stadsmuseum Harderwijk)

 

 

 

 


 

 Durch den Nationalpark "Hoge Veluwe" nach Arnheim

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
03.08.2005 58 293 150 350 Camping in Arnheim

 

Am  unserem 5. Radtag freuten wir uns schon am Morgen darauf durch den Nationalpark Hoge Veluwe zu radeln. Nur Positives hatten wir über den Park gehört, waren auch schon einmal mit unseren Kindern in der Nähe (Burgers Zoo) gewesen. Nun stand ein Besuch per Rad an. Unser Zelt war am Morgen schnell abgebaut. Fertig bepackt schoben wir unsere Räder vom Campingplatz und machten uns auf den Weg in Richtung Süden. In Ermelo schwenkten wir in östliche Richtung und radelten durch ein sehr schönes Waldgebiet.

Die ersten 16 Radkilometer hatten wir bereits hinter uns gebracht, als wir plötzlich vor dem Hotel „De zwarte Boer“ standen. Sehr schön im Wald gelegen, bot es die Möglichkeit ein zweites Frühstück einzunehmen oder nur einen Cafe zu trinken. Über Garderen, Stroe und Harskamp folgten wir unserer weiteren Routenplanung bis nach Otterlo. Östlich von Otterlo erreicht man über den Houtkampweg den östlichen Eingang zum Nationalpark Hoge Veluwe. Wir staunten nicht schlecht, als wir mit 6,- Euro Eintrittsgebühr (nur für die Durchfahrt mit dem Rad in 2005) ziemlich zur Kasse gebeten wurden. Für 12,5 km Radstrecke durch den Park fanden wir den Preis schon ziemlich hoch. Was blieb uns übrig, es gab keine Alternative.

Anmerkung: 3 Jahre nach unserer Tour bin ich die Strecke noch einmal im Juni 2008 mit dem Rennrad abgefahren. Die Gebühr für dieses Teilstück zwischen Otterlo und Arnheim hat sich inzwischen auf 7,- Euro erhöht. Bei der Planung der Rennradtour ist mir aufgefallen, dass es östlich der Autobahn A50 eine weitere Strecke gibt, die wunderschön zu befahren ist. Sie führt durch ein für die Niederlande ungewohnt hügeliges Terrain bis auf eine Höhe von 115 m über NN, ist aber nicht gebührenpflichtig. Wer also nur eine schöne Strecke radeln möchte, kann sich die 7 Euro sparen.

Die Fahrt durch den Park war wunderschön. Waldgebiete, Heide und Dünenlandschaft wechseln sich hier ständig ab. Teilweise weit abgesetzt von der Straße werden Radler auf beschilderten Radwegen durch die traumhafte Landschaft geführt. Hin und wieder begegneten uns einige Radler, die mit weißen Rädern unterwegs waren. Bei den Rädern handelte es sich um Mieträder, die hier besonders am Wochenende massenhaft genutzt wurden. Wie schön dass wir den Park an einem Wochentag durchquerten. Der Campingplatz „Hoge Veluwe“ befindet sich in der Nähe vom südlichen Ausgang des Parks.

Wir hatten ihn allerdings noch nicht erreicht, als es mal wieder vom Himmel tröpfelte. Schon morgens waren einige Wolken aufgezogen. Tagsüber hatten wir aber Glück gehabt und waren vom Regen verschont geblieben. Bis zu der Radvermietungsstation schafften wir es noch, dann setzte strömender Regen ein. Dort bestand eine Möglichkeit sich unterzustellen und den Regen abzuwarten. Bis zum Campingplatz waren es dann nur noch wenige hundert Meter.

 

  

 


 

 Über Zevenaar, Didam, Zeddam  und Gendringen zurück nach Anholt

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
04.08.2005 60 353 150 500 keine, da Rückfahrt

 

Schöne Landschaften und tolle historische Städte hatten wir auf unserer Tour durch die östliche Niederlande bereits durchradelt. Die Strecke hatte uns sehr gefallen. Was nicht stimmte, war einfach das Wetter. Auch am 06. unserem letzten Radtag tröpfelte es am Morgen zunächst leicht. Beim Zeltaufbau am Abend zuvor hatte unser Zelt noch alleine auf der Wiese gestanden. Am späten Abend, wir lagen schon in den Schlafsäcken, waren einige Wohnmobile auf das Gelände gefahren und hatten uns eine Zeit lang am Schlaf gehindert.

Als wir am Morgen den Reißverschluss unseres Zeltes öffneten, sahen wir, dass wir von italienischen Wohnmobilen umstellt waren. Noch nicht ganz wach, bauten wir draußen unsere kleinen Hocker auf und freuten uns auf den ersten warmen Kaffee. Der Kocher noch nicht ausgepackt, als sich neben uns eine Wohnmobiltür öffnete. In der Tür erschien eine  Italienerin, die in ihren Händen ein Tablett mit einem kleinen Frühstück hielt. Mit den Worten „It´s for you“ trat sie mit einem strahlenden Lächeln auf uns zu und überreichte uns das Tablett. Wir konnten es kaum glauben, was für eine tolle Geste. Die gesamte italienische Wohnmobilkolonne kam aus Verona und war auf dem Weg in den Norden. Wir unterhielten uns einige Zeit mit ihnen in englischer Sprache und genossen unser Frühstück.

Wir verließen Arnheim über die große Ijsselbrücke in südöstlicher Richtung, durchquerten die kleinen Orte Westervoort, Duiven, Zevenaar, Didam, Zeddam und Netterden und standen nach knapp 60 Tageskilometern wieder an unserem PKW.