Auf nach Castro Urdiales

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
05. 09.2009 58 1100 700 10900 Camping

 

Die Schlechtwetterfront war vollkommen abgezogen. Wir liefen extra zur Straße vor der Herberge, um die Morgenstimmung in den Wiesen festzuhalten. Das Frühstück war genauso gut, wie das Essen am Abend zuvor, Obst, Brot, Marmelade, Kaffee, was wollte man mehr. Ein Teil der Pilger hatte die Herberge schon verlassen, deshalb saßen wir mit den frisch vermählten Studenten alleine am Tisch und genossen die Ruhe. Etwas später kam die Idee auf, vor der Herberge noch ein gemeinsames Gruppenfoto zu machen. Padre Ernesto mußte natürlich mit ins Bild.

Der Abschied von der Herberge in Güemes fiel uns etwas schwer. Die Atmosphäre hatte uns sehr gefallen. Wir gaben den beiden Studenten (Psychologie und Lehramt in Gießen und Marburg) noch unsere Internetadresse. Dort würden sie von zu Hause aus auch unsere Emailadresse finden. Hallo ihr zwei, bitte meldet euch mal!

Nach einer herzlichen Verabschiedung sausten wir steil ins Tal. Ich ertappte mich noch dabei, wie ich einmal zurückblickte und die beiden Wanderer noch auf der Straße laufen sah, dann waren sie plötzlich verschwunden. Durch eine herrlich ruhige, waldreiche Gegend führte unser Weg. Wir passierten die kleinen Orte Güemes, Meruelo und Castillo und standen kurze Zeit später auf der CA-141, die uns weiter nach Santona brachte. Vor Santona machten wir noch einige Aufnahmen, es machte dort sehr viel Spaß zu fotografieren. Die Touristikinformation befindet sich in Santona in der Calle Manzonedo. Wir fuhren einfach geradaus in den Ort hinein, lange suchen mussten wir sie nicht. Claudia schnappte sich die Pilgerausweise und verschwand im Gebäude.

Santona war eher etwas touristisch und nicht so besonders sehenswert. Wir radelten geradeaus mitten durchs Zentrum, direkt in Richtung zum Hafen. Wir mussten über eine Strecke von etwa 500 m mit dem Schiff fahren, um über den Ria de Treto nach Laredo zu gelangen. Auf der anderen Seite in Laredo gibt es keinen Anlegesteg. Dort schoben wir unsere Räder über den schmalen Steg vorsichtig bis auf den Strand. Kurze Zeit wurden dann unsere Kräfte gefordert, dann war die Sandpassage zu Ende. Auf einem langen Holzsteg kann man durch die Dünen radeln. Der in einem Bogen nach Nordwesten gebaute neue Ortsteil von Laredo ist grauenvoll. Hochhaus neben Hochhaus wurde dort gebaut, um im Hochsommer die Touristenmenge unterbringen zu können. Hinter der Altstadt ging es sofort bergauf. Bis zum Erreichen des Meeres in Islares, waren zwei Steigungen von je 150 Höhenmetern zu bewältigen. Dazwischen befand sich eine Senke, die uns fast wieder auf Meereshöhe brachte. Dann sahen wir wieder das Meer! Die Straße fiel steil bargab, schwenkte nach links und folgte der Küstenlinie bis nach Islares. Der kleine Ort Islares liegt hinter der Felsnase, die auf dem folgenden Foto zu sehen ist. Dort legten wir eine halbstündige Pause ein.

Von Islares bis zum Campingplatz in Castro Urdiales waren noch gut 8 km zu radeln. Bis zum Ort war es leicht wellig, hinauf zum Campingplatz aber extrem steil. Wir hatten den Platz schon auf der Anfahrt von Weitem hoch oben im Berg liegen sehen. Der Weg hinauf führt durch einen kurzen Tunnel unter der Autobahn hinweg, dann an einigen Bauernhöfen vorbei. Bei Steigungen von bis zu 14 % kamen wir noch reichlich ins Schwitzen und waren bei der Ankunft körperlich ausgelaugt. Zunächst wollten wir den Rest des Tages auf dem Platz verbringen. Als sich aber herausstellte, dass es in unmittelbarer Nähe und auf dem Platz kein Restaurant gab, änderten wir unsere Planung und das war gut so. Um 17:30 Uhr  vor der Iglesia de Santa Maria freuten wir uns darüber, dass wir uns doch noch hatten aufraffen können.

Die wesentlichen Sehenswürdigkeiten hatten wir mit der Iglesia de Santa Maria und der alten Festung bereits gesehen. Was noch fehlte, war die alte Kneipenmeile am Hafen. Dort fand ein Fest statt, das wir nicht ganz einordnen konnten. Den großen Trachtenfiguren nach zu urteilen, hatte das ganze etwas bäuerliches, wobei aber anscheinend nur Frauen feierten. Sie zogen am Abend noch singend durch den Ort, während wir in einem Hafenkaffee versuchten unseren Hunger zu stillen.

Dort im Hafen in der Sonne zu sitzen und die Menschen zu beobachten, war schon toll. Unser Essen mussten wir uns im Restaurant an der Bar selber zusammenstellen. Es bestand aus vielen Häppchen. So kamen wir dann auch noch zu unserer eigenen Jakobsmuschel. So um 20:30 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz. Ohne Gepäck war das zwar erheblich leichter, anstrengend aber immer noch.