Die steilen Kehren von Luarca und unsere Fahrt nach Gijón

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
31. 08.2009 20 831 300 7400 Camping

 

Auf Frühstücksgäste war der Campingplatzbesitzer in Puerto de Vega in seiner Bar nun wirklich nicht eingerichtet. Ein aufgebackenes Baquette mit etwas Magarine und einen Cafe con Leche, war alles, was er herzaubern konnte. Nun ja, aber immerhin wurden wir herzlich begrüsst. Zunächst radelten wir hinauf nach Villapedre. Dort trafen wir auf die uns bereits bekannte N-634 und folgten ihr knapp 10 km. Eine andere dem Meer nähere Alternative gab es in dem Bereich ohnehin nicht, deshalb waren wir froh, dass die Straße um kurz nach 10:00 Uhr noch nicht so stark befahren wurde.

5 km vor Luarca trafen wir auf einen Straßenabzweig. Nach Nordosten führte eine kleine Straße, die uns durch eine wunderschöne Küstenlandschaft führte und direkt nach Luarca brachte. Sie hatte nur einen kleinen Nachteil, sie besaß gnadenlose Steigungen. Nachfolgende Fotos, die von mir direkt hintereinander gemacht wurden, geben davon einen Eindruck wieder. Die stark zerklüftete Küste forderte uns mal wieder mächtig. Bis Luarca war es nach der Schiebepassage nicht mehr weit. Von hoch oben konnten wir die Stadt tief unter uns liegen sehen. Es folgte eine Abfahrt über Serpentinen auf Kopfsteinpflaster, keine Chance sein Rad mal zur „Belohnung“ richtig rollen zu lassen. Luarca gefiel uns gut, die kleinen in einem engen Tal gelegenen Gassen, die hoch oben auf einer Brücke geführte Bahntrasse, ja Lurca hatte seinen eigenen Charme.

Beim  Kartenstudium am Abend zuvor hatten wir bereits beschlossen, von Luarca bis nach Gijón mit dem Zug zu fahren. Die kleine „Schmalspurbahn“ der FEVE hatten wir ja bereits bei der Ankunft am Atlantik zwischen Foz und Ribadeo kurz kennengelernt. Es gab verschiedene Gründe auf dem Teilstück nicht mit dem Rad zu fahren. Ein Grund waren die Industriegebiete vor Gijón, ein zweiter die fehlenden kleinen Straßen abseits der N-634. Dazu kam, dass wir nicht mehr ganz in der Zeitplanung lagen. Ein paar Stunden Erholung würden uns darüber hinaus auch gut tun.

Der Bahnhof von Luarca musste irgendwo hoch oben auf einem Hügel liegen, wir hatten ihn schon vor unsere Ankunft rechts von der Brücke liegen sehen. Ihn zu finden, stellte sich als einfach heraus, wir mussten nur der Straße folgen, die im spitzen Winkel zur Brücke führte, etwas rechts von der Brücke befand sich dann das Gebäude der FEVE. Allerdings ging es 50 Höhenmeter hinauf und die Sonne brannte um 12:00 Uhr gnadenlos.

Die Fahrt mit der Bahn bis nach Gijón war ein kleines Abenteuer für sich. Die Bahngleise der FEVE sind erheblich schmaler ausgeführt, als die Bahngleise in Deutschland. Wir vermuteten darin die Ursache für das ständige Tänzeln des vor uns befindlichen Waggons. Das sah irgendwie lustig aus. Die Aussichten auf das Meer waren grandios, manchmal verschwand die kleine Bahn in einem Tunnel, nur um anschließend wieder einen Blick auf die atemberaubende Landschaft freizugeben.

Gijón ist eine riesige Stadt, von deren Größe wir in den paar Stunden unseres Aufenthaltes nur einen winzigen Teil sahen.  Mit knapp 300.000 Einwohnern ist sie die größte Hafen- und Industriestadt der spanischen Region Asturien. Im Jahr 1900 besaß die Stadt nicht mehr als 45.000 Einwohner. Der starke Anstieg ist im Wesentlichen auf die geschaffenen Arbeitsplätze im „neuen“ Hafen und der Entdeckung von Steinkohlevorkommen (ca. 1930) zurückzuführen.

Wir radelten zuerst einmal in den Hafen. Dort gibt es eine Touristikinformation, die sich auf einem breiten Kai zwischen den Cafes befindet. Dort erhielten wir auch die nachstehend abgebildete Übersichtskarte, auf der ganz rechts am Ende des Strandes „San Lorenzo“ der Campingplatz zu sehen ist und unseren Pilgerstempel. An der engsten Stelle der nach Norden ins Meer ragenden Felsnase befindet sich die Altstadt. Nach einer Cafepause im Hafencafe radelten wir ein wenig durch die Altstadt und schauten uns die alten Gassen und Gebäude an. Von der Kirche San Lorenzo hat man einen schönen Blick auf den langen Strand „San Lorenzo“. Dort tummelten sich unzählige Menschen, sie genossen das Bad in der Sonne und im Meer. Wir mussten nur am Strand entlangradeln, um zu unserem Campingplatz zu gelangen. Unterwegs sahen wir noch eine interessante Skulptur, die unbedingt fotografiert werden musste.

Von der Ferne betrachtet sah der Campingplatz, auf den wir zu radelten, fast voll belegt aus. Das war aber eine Täuschung, vor Ort zeigte er sich uns als sehr schön gelegener Platz. Dort störte kein PKW-Lärm, zwischen dem Meer und dem Platz gab es nur einen Fußweg, auf dem hin und wieder ein paar Menschen liefen, ansonsten absolute Ruhe.