Ein letzter Besuch der Hallgrimskirkja und das bei Sonnenschein

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
15.07.2010 53 1125 330 9660 Hotel Fron

 

Die Übernachtung im Hotel Fron hatte uns gut gefallen, das Zimmer war sauber und der Service o.k.! Morgens beim Frühstück wurde es jedoch ziemlich unruhig. Man konnte merken, dass hier viele Reisegruppen durchgeschleust wurden und kaum jemand länger als eine Nacht blieb. Wir ließen unser Gepäck und die Räder zunächst im Hotel. Wir hatten uns vorgenommen, früh zur Hallgrimmskirkja zu laufen um evtl. den Turm zu besteigen. Von dort wollte ich bei dem schönen Wetter noch einige Aufnahmen machen.

Mehrere hundert Treppen steigen mussten wir dort nicht, den größten Höhenunterschied bis auf die Höhe der Uhren erreicht man mit dem Aufzug. Nur die letzten paar Stufen muss man zu Fuß bewältigen. Nach der „Turmbesteigung“ schauten wir uns die Hallgrimskirkja noch von Innen an. Sehr modern gestaltet, entsprach das nicht meinem Geschmack. Ich persönlich fand alte Kirchen schöner.

Unsere Reise sollte langsam zu Ende gehen. Wir liefen im Anschluss nach unserem Besuch der Kirche zurück zum Hotel Fron und packten unsere Sachen. Das Hotel mussten wir bis 11:00 Uhr räumen, danach wollten wir über Hafnarfjoerdur zurück nach Keflavik radeln. Die Strecke war mir von den vergangenen Touren ja wohlbekannt. Noch vor zwei Jahren hatte ich sie bei massivem Gegenwind und in strömendem Regen bewältigt. An diesem Tag sollte es anders sein.

Bis nach Hafnarfjoerdur war der Verkehr noch etwas nervig, danach wurde es ruhiger. Die ausgebaute Straße 41 zwischen Hafnarfjoerdur und Keflavik  ist ja nur auf dem ersten kurzen Stück etwas unangenehm zu befahren. Grund ist der am Anfang fehlende Randstreifen, danach ist der Randstreifen breit ausgebaut. In Njardvik entdeckte ich auf meinem GPS-Gerät einen parallelen Weg, der bis nach Keflavik führt. Wir verließen deshalb die Str. 41 und entdeckten gut einen Kilometer weiter den kleinen Hof Stekkjarkot. Es handelte sich um einen ehemaligen Hof, der wohl zwischen den Jahren 1855 und 1924 bewirtschaftet wurde.

Danach radelten wir weiter nach Keflavik, aßen dort eine Kleinigkeit zu Mittag und kurbelten anschließend in den Hafen. Auf dem Foto sieht man hinten an den Felsen angelehnt ein hölzernes Gebäude mit einer Türöffnung. Wir wären überhaupt nicht auf die Idee gekommen dorthin zu radeln, wären nicht die vielen Kinder gewesen, die sich augenscheinlich auf den Weg dorthin machten oder von dort zurückkamen.

In der Höhle wohnte der Troll Skessu, er war ca. 3 m groß und hatte ein riesengroßes Bett. Im Wohnraum des Trolls gab es einen interessanten Baum, an dem einige Schnuller hingen. Die genaue Bedeutung war uns nicht ganz klar, anscheinend mussten die Kinder ihren Nukki ab einem bestimmten Alter beim Troll Skessu abgeben. Wir genehmigten uns im Ort noch ein Eis und radelten dann zum Hostal/Campingplatz Alex. Unsere Tour über 1125 Radkilometer (Gesamtstrecke 1225 km) war leider beendet.

An dem Nachmittag hatten wir noch viel Zeit. Wir unterhielten uns lange Zeit mit einem netten Ehepaar aus Berlin, die mit uns nach Düsseldorf flogen. Er war stolze 80 Jahre alt, sie 70, beide waren seit mehreren Wochen mit dem Fahrrad auf Island unterwegs und begeisterte Radler. Um 22:00 Uhr brachte uns ein Mitarbeiter von Alex mit einem VW-Bus und Hänger die 3 km zum Flughafen.  Unsere Maschine startete pünktlich, nach gut drei Stunden waren wir wieder in Düsseldorf.